Review: Feathers and Greed – Feathers and Greed (2019)

Hannover? Das die Stadt ein gutes Pflaster für Musik ist, speziell für Rockmusik aller gängigen Spielarten, ist sicher kein großes Geheimnis mehr. So haben Bands wie Eloy, Epitaph, Terry Hoax, Victory, Fury in the Slaughterhouse und einige andere mehr, in vorderster Reihe in der deutschen beziehungsweise internationalen Musikszene mitgemischt. Und nun kommen FEATHERS AND GREED, im Jahr 2017 gegründet, ins Spiel. Wer steckt nun hinter den Hannoveranern? Liest man die Selbstdarstellung der Band und ihre Ausführungen über ihre Musik, macht das durchaus neugierig. Sehr neugierig sogar. „Für aggressive Pazifisten, die zum Salat gerne Glas essen“ erfährt man dort oder man spricht von „Kunst, um den unterforderten Geist zu leeren“. Eine ganz gewöhnliche Band scheinen FEATHERS AND GREED nicht zu sein. Die Bandmitglieder bezeichnen sich selber als eine Artrock-Band, die, wie auf ihrer Website zu entnehmen ist, Musik aus Fleisch und Blut, und mit Liebe und Hass macht.

Das klingt erst einmal nach einem musikalischen Rundumschlag, doch beim betrachten der verwendeten Instrumente wie Akustik Gitarren, Cellos, Djembé, Darbuka, Becken und Shaker lässt das eigentlich einen anderen Schluss zu. Man ist sehr gespannt auf die Ausrichtung. Durch den Gewinn bei dem „Local Heroes“ – Bundesfinale 2019 in Salzwedel, konnte die Plattenproduktion in Angriff genommen werden.

Band:

Jacob Jordan (Cello)
Jasper Röthemeyer (Bass, Vocals)
Luca-Yannik Gierth (Vocals, Rhythm Guitar)
Lukas Hagemann (Percussion, Vocals)
Marek Feddern (Lead Guitar, Vocals)
Matthias Bodensteiner (Percussion, Keys)
René Kretschmer (Percussion)

Foto: Julia Schwendner

Tracklist:

Tiny Creek

Sharing Is Caring

Waste Of Time

Winding Stair

Angry

Help!

Fuck You (IWDWYTM)

Galaxies I

Als Duo gegründet, ist die Band inzwischen auf eine siebenköpfige Formation angewachsen, so das eine große Bandbreite in der musikalischen Ausrichtung möglich ist. Auf ein klassisches Schlagzeug wird verzichtet, neben den Keyboards und den Gitarren, nehmen Perkussionsinstrumente, wie Darbuka, Djembe und das Cellospiel von Jacob Jordan den Raum für die klangliche Umsetzung ein, und es steht der Gesang zweifelsohne im Vordergrund des Geschehens. Teils solistisch von Luca-Yannik Gierth, teils mehrstimmig vorgetragen. Einordnen lassen sich FEATHERS AND GREED nur schwerlich, ist es jetzt Artrock mit folkloristischem, psychedelischen Anstrich oder Folkrock mit akustischen Anleihen, oder wie auch immer, das entscheidet jeder für sich selbst. Wer aber eine gewisse Vorliebe für akustische Musik pflegt, ist bei „Feathers and Greed“ genau richtig, sie verstehen es mit ihren teils minimalistischem Einsatz der Instrumente Stimmungen und Bilder zu erzeugen, die teils fesselnd aber auch wehmütig und dann wieder aufwühlend sind. Sie haben eine besondere Art gefunden über ihre Musik Emotionen freizusetzen. So sind Kompositionen entstanden, die einen hohen Spannungsbogen eröffnen, was das ganze Album sehr abwechslungsreich gestaltet.

Beim eintauchen in die Welt von FEATHERS AND GREED beginnt der erste Song „Tiny Creek“ mit akustischer Gitarre und Vogelgezwitscher, windet sich leicht durch die Gehörgänge und verleitet zum Tagträumen.
Ein absoluter Toptrack folgt mit Song „Sharing Is Caring“. Mit schönen Vocals wird man eingefangen und begibt sich auf eine auf eine Reise, in der sich die Spannung immer weiter steigert. Die Band nimmt einen hier voll mit, die erste Begeisterung stellt sich ein. Wieder ruhiger und akustisch ist „Waste Of Time“. Die erste Seite der LP endet mit dem längsten Track „Winding Stair“ der wiederum von Beginn bis Ende eine konstante Steigerung enthält, ja zum Ende immer rockiger wird. Die zweite Seite startet mit „Angry“, wieder ein Stück was auf Anhieb sofort ins Ohr geht. „Help!“ das nächste Stück ist eine richtig gute Nummer, hier brilliert Luca Gierth, der Mann am Mikrofon, mit einer großen gesanglichen Bandbreite von melancholisch bis hin zu ganz rauhen Tönen in seiner Stimme. Im nächsten Stück dominieren die Percussionsinstrumente und der mehrstimmige Gesang, bevor man mit „Galaxies I“, wieder ein längerer Track, aus den Klangwelten von FEATHERS AND GREED verabschiedet wird.

FEATHERS AND GREED hat mit ihrem Debütalbum ihren gewählten Weg konsequent umgesetzt, Musik so umzusetzen wie man es fühlt, und nicht zu schauen als Mainstreamband wahrgenommen zu werden, sondern das besondere zu wahren. Bleibt abzuwarten, nachdem sie die Tür aufgestossen haben, ob sie hindurchgehen und wie der weitere Weg der jungen Musiker ausfällt … Das Album ist in digitaler Form sowie als LP (black) oder LP (white) erhältlich.

Wertung: 8 / 10

Für mehr Information: www.feathersandgreed.com

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