Review: Mark Kelly´s Marathon – Marathon (2020)

Mark Kelly ist der letzte aus dem Reigen der Marillion-Musiker, der jetzt sein erstes eigenes Solo Album veröffentlicht hat. Zwar war er auch an diversen Projekten, unter anderem DEE EXPUS beteiligt, aber unter seiner eigenen Regie ist das bislang das erste. Und wer hier ein Album mit viel Keyboardgefrickel erwartet hat, liegt hier aber auch ganz weit daneben.

Veröffentlichung 27. November 2020
Label: earMusic (LP, CD, lim.CD/DVD, Download)

BAND:

Mark Kelly – keyboard
Oliver M. Smith – vocals, percussion
Pete “Woody” Wood – guitar
John Cordy – guitar
Conal Kelly – bass, acoustic & electric guitar, back vocals
Henry Rogers – drums

TRACKLIST Vinyl:

Seite 1

Amelia
01. i) Shoreline
02. ii) Whistling At The Sea
03. iii) 13 Bones

04. When I Fell
05. This Time

Seite 2

06. Puppets

Twenty Fifty One
07. i) Search
08. ii) Arrival
09. iii) Trail Of Tears
10. iv) Brief History

Im Vergleich zu anderen Musikern, die sich auf ihren Solo-Alben nach Herzenslust austoben und mitunter auch völlig ungewohnte musikalische Pfade einschlagen, entfernt sich MARILLION-Keyboarder Mark KELLY auf „Marathon“ stilistisch nicht sonderlich weit von seinem Hauptbetätigungsfeld. Was als erstes auffällt, das Marc Kelly, der bei Marillion für die feinen Klänge an den Tasten zuständige Ire, hier doch deutlich entschleunigter und bisweilen auch sanftmütiger ans Werk geht.

Das Album bewegt sich zwischen musikalischer Leichtigkeit und Wärme mit zeitweise leicht melancholischen, aber auch dunkleren Untertönen. Hervorzuheben bei diesem Projekt „Marathon“ ist der Sänger Oliver M. Smith, dessen Stimmfärbung doch sehr nah an der von Peter Gabriel ist. Wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe, war es auch ein Wunsch von Marc, einen solchen Sänger zu finden. Und dann entstand genau in dessen legendären Real World Studios die Aufnahmen zu den Musikvideos auf der DVD, die das CD/DVD Package doch auch eindrucksvoll abrunden.

Die Aufnahmen zum eigentlichen Album entstanden getrennt voneinander in der Lockdown-Zeit zwischen März und Juni 2020. Jeder der Musiker hat seine Parts mehr oder wenig eigenständig eingespielt und dann wurde das ganze zusammen gesetzt. Einziger Gast bei der Produktion war Bandkollege Steve Rothery, der ein wunderschönes Gitarrensolo zu dem Song „Puppets“ beisteuerte.

Zu den einzelnen Song´s, „Amelia“ und „Twenty Fifty One“, die sind für mich die beide Herzstücke des Albums, mehrteilig angelegt und entsprechend dramatisch strukturiert und arrangiert. Auch mit sehr viel Raffinesse, da hört man bei mehrmaligen Durchlaufen immer wieder neues heraus! Diese beiden Stücke fungieren sozusagen als Rahmen, als Opener und (Grande-)Finale. Dazwischen angesiedelt die drei verhältnismäßig kurzen, aber keineswegs unspektakulären Song´s „When I Fell“, „This Time“ und „Puppets“. Das bringt eine gute Mischung in das Gesamtkonstrukt. Die kürzeren Sachen gehen, besonders „When I Fell“ und „This Time“ schon bisschen in Richtung Art-Pop, auch sehr Radiotauglich, aber dennoch auch hier sehr viel Finesse in den Stücken. „Puppets“ klingt noch am ehesten nach Marillion, aber Marc Kelly versucht schon eigene Wege zu gehen, obgleich ich meine, das er hier und da die Handbremse ein wenig lösen hätte können …

Er ist ein absoluter Teamplayer und so kommt das ganze Album auch herüber, als Gesamtklanggebilde mehrerer Musiker, die alle gleichermaßen Raum für ihre Akzente haben … es soll ja auch schon einiges für den Nachfolger, den es dann nur noch unter „Marathon“ geben wird, fertig sein …

8 / 10 Punkte

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