Review: Nine Skies – 5.20 (2021)

Das französische Progressive-Rock-Kollektiv Nine Skies verwebt seit einigen Jahren Rock-, Jazz-, Klassik- und Progressive-Einflüsse und kombiniert diese mit seinen akustische Instrumentierungen mit tiefgründigen und poetischen Texten. Ihr vielbeachtetes Debütalbum „Return Home“ erschien im Jahr 2017 und Ende 2019 wurde das zweite Album „Sweetheart Grips“ veröffentlicht. Nun erschien ihr dritter Longplayer „5.20“ betitelt und hält auch einige Überraschungen bereit.

Diese neueste Veröffentlichung, „5.20„, ist immer noch erkennbar Nine Skies, aber insgesamt ruhiger und zarter, und ich finde, es ist ein sehr gelungenes Album. Sie haben den melancholischen Gesang und den lyrischen Inhalt beibehalten, aber die Musik ist dieses Mal fast vollständig akustisch und hat dennoch eine vielschichtige Tiefe, sehr komplexe Strukturen und eine große Fülle an Ideen. Die ineinander greifenden akustischen Gitarren und Klavier, die durch Streicher, Flöte, Saxophon ergänzt werden und dazu werden geschickt die rhythmische Perkussion eingebunden. Die musikalische Reise ist wunderschön, aber herausfordernd – kein Album zum mal eben nebenher hören. Wer sich aber auf diese musikalische Reise einlässt, wird mit wunderschönen Melodien belohnt.

Die Gastauftritte von Steve und John Hackett und Damian Wilson sind perfekt auf die Nine Skies Stücke abgestimmt, Steve Hackett spiel im zweiten Stück ein brilliantes Gitarrensolo, sein Bruder John veredelt „The Old Man in the Snow“ mit seinem fließenden Flötenspiel, sowie erklingt bei „Porcellain Hill“ die Stimme von Damian Wilson. Überhaupt ist die Vielfalt der Stimmen interessant, die immer sehr intensiv sind und sich den verschiedenen Situationen, die das Album bietet, anpassen. Auch besonders schön bei „Colourblind“ dem ersten Song zu hören, beginnend mit einer sanften Akustikgitarre und einem begleitenden Bass, wobei Aliénor Favier und Achraf El Asraoui bei den sehnsüchtigen, poetischen Texten ein wunderschönes Duett bilden.

Hier jetzt jeden einzelnen Song zu beschreiben macht wenig Sinn, den das Album ist in seiner Gesamtheit sehr interessant und ich finde das die Qualität auf einem sehr hohen Durchschnittsniveau liegt. Ein absolut empfehlenswertes Album, auf dem man unkonventionelle moderne Prog-Sounds findet, wie ich finde auch eine sehr persönliche Scheibe, die nicht an dieses oder jenes erinnert, wo man ständig versucht ist Vergleiche zu ziehen, sondern seinen ganz persönlichen Charakter herausstellt. Die Musik bleibt zwar im modernen Progressive Rock verankert, weicht aber immer wieder positiv ab, in dem Grenzen überschritten werden, streift andere musikalische Pfade, dies aber sehr originell.

Wertung: 8 / 10

Tracklist:

01. Colourblind
02. Wilderness (feat. Steve Hackett)
03. Beauty of Decay
04. Golden Drops
05. Above the Tide
06. Dear Mind
07. The Old Man in the Snow (feat. John Hackett)
08. Godless Land
09. Porcelain Hill (feat. Damian Wilson)
10. Achristas
11. Smiling Stars

Lineup:

Eric Bouillette – Gitarren, Violine, Mandoline, Arrangements
Alexandre Lamia – Gitarren, Piano, Arrangements
Anne Claire Rallo – Keyboards, Lyrics
Aliénor Favier – Gesang
Achraf El Asraoui – Gesang, Gitarrren
David Darnaud – Gitarren
Bernard Hery – Bass
Fab Galia – Schlagzeug
Laurent Benhamou – Saxophons

Guests:

Steve Hackett – Gitarrensolo auf Wilderness
John Hackett – Flöte auf The Old Man in the Snow
Damian Wilson – Gesang auf Porcelain Hill
Cath Lubatti – Violine & Viola
Lilian Jaumotte – Cello

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