Review: Cyril „Amenti´s Coin-Secret Place Pt.2“

Interview mit Marek Arnold

Stone Prog: Hallo Marek, bevor wir zum neuem Cyril – Album „Amenti´s Coin – Secret Place Pt.2“ kommen, erst einmal die Frage: Was können die Fans in diesem Jahr, noch von dir erwarten? Es stehen ja einige Sachen an … Stichwort: „Seven Steps To The Green Door“, „Art Rock Projekt“ oder auch die Zusammenarbeit mit Manuel Schmid.

Marek Arnold: In der Tat stehen für dieses Jahr noch einige Releases an, zum einen mit „Seven Steps To The Green Door“, da warten wir noch auf die Texte, sind da auch auf Zuarbeit angewiesen, und wollten das aber nicht in andere Hände geben, weil wir wissen, was wir vom Autor bekommen, um auch ein gewisses Qualitätslevel zu halten, und hoffen das wir zum Ende des Jahres noch fertig werden können. Das Projekt mit Manuel, unser zweites, ist so gut wie fertig, wir müssen noch für zwei Titel die Gesänge aufnehmen, dann geht es auch schon ans Mixing und Mastering, und ich gehe davon aus, das es im Sommer erscheinen wird. Und dann noch mein Soloalbum, was unter dem Namen „Art Rock Projekt“ oder in einer Verbindung zu dem Namen herausgebracht wird, ist tatsächlich auch schon weit vorangeschritten, aktuell werden dafür auch die Vocals aufgenommen, ich warte noch auf einige Soli und andere Zuarbeiten, bin aber optimistisch, das es auch in diesem Jahr noch erscheinen wird. Da freue ich mich ganz besonders, weil es mir schon länger unter den Nägeln brennt, und die Zeit jetzt einfach dafür da war.

Stone Prog: Kannst du schon ein paar Namen nennen, wer sich alles an deinem Soloalbum beteiligt ?

Marek Arnold: Klar kann ich, es ist mittlerweile schon eine ziemlich lange Liste geworden, auch einige Spitzenleute der Szene, wie unter anderem Marco Minnemann, John Macaluso, Sebastian Lanser, natürlich auch schon durch die ersten zwei „Art Rock Projekt“ Singles, „Stay“ und „Come Away With Me“ feat. Zeynah, bekannten Namen, wie Adam Holzmann, Greg Blundell … Luke Machine ist wieder dabei, Arno Menses singt einen Titel … die Liste ist wirklich lang!

Stone Prog: Die Anne war diese Tage bei dir?

Marek Arnold: Ja selbstverständlich, meine Wegbegleiter, wie Anne, Jana und Lars, Ulf natürlich, nicht zu vergessen Martin Fankhänel, der Gitarrist von „Seven Steps To The Green Door“ der neben mir mir den Hauptanteil an Einspielungen zu dem Album hat, also fast alle Gitarrenparts einspielt und natürlich Larry und Robert Brenner am Bass. Also viele meiner Wegbegleiter sind mit am Start, tolle Leute, auch einige wo man nicht unbedingt mit Rechnen konnte, Lars Lehmann fällt mir spontan noch ein …

Stone Prog: „Amenti´s Coin – Secret Place Pt.2“ ist ja nun schon der vierte Longplayer von Cyril, es ist ein Konzeptalbum geworden, erzähle bitte den Lesern wie es entstanden ist.

Marek Arnold: Wir hatten ja schon auf dem Album „Paralyzed“ von 2016 einen Track, „Secret Place Pt.1“, den ich schon einige Zeit früher geschrieben hatte, der es fast auf das erste Album geschafft hätte, passte aber stilistisch, da es auch ein Konzeptalbum war, nicht mit drauf, und so ist die Story, die von Dennis Strassburg stammte, dann komprimiert in diesem Part 1 auf das Album gekommen. Wir wollten dann die Story fortsetzen, da aber zu viele Stücke zwischenzeitlich fertig waren, folgte dann mit „The Way Trough“ ein Album dazwischen. Und jetzt konnten wir bei der Arbeit am aktuellen Album mit neuem Ansatz an die Story von Secret Place Pt.1 herangehen. Wir haben uns dann musikalische Motive und Elemente herausgegriffen, und dann neu, sehr intensiv an der Story gearbeitet.

Stone Prog: Mir fällt auf das es wie aus einem Guss geworden ist, es gibt keine Brüche im Album so wie beispielsweise beim zweiten und dritten Cyril Album, sondern fließt im Großen und Ganzen an einem Stück!

Marek Arnold: Schön das du das auch so siehst, ich finde das auch, das es in sich sehr stimmig ist und der Story folgt. Wir haben die Grundelemente aus Part 1 herausgenommen, und konnten damit gut arbeiten. So ergaben sich immer neue Motive und wir haben das dann mit neuen Ideen gut verknüpfen können.

Stone Prog: Eine der Stärken der Band ist ja der Gesang, Manuel Schmid und Larry B., das passt richtig gut, unterschiedlicher können die beiden ja kaum sein … wie legt ihr im Vorfeld fest, wer dann welchen Part singt?

Marek Arnold: Ich würde ja fast sagen, das die beiden gar nicht so weit auseinander liegen, sie singen ja beinahe in der gleichen Lage, beide eher hohe Stimmen, aber klar, Manuel eher mit einer sehr klaren Ausprägung und während gerade bei Larry in den letzten Jahren die Stimme eher rauher und rockiger klingt, und er dann natürlich einen Gegenpol bilden kann. Die Songs entstehen ja meist instrumental, wir sitzen dann oft zu dritt und jeder bringt seine Ideen ein, Larry und Manuel funktionieren dann sehr gut mit mir zusammen, oft sind aber auch Melodien und Gesangslinien da, die von einem der beiden schon entwickelt und eingesungen waren.

Stone Prog: Aber man hat das schon im Gefühl?

Marek Arnold: Ja, sehr häufig ist das so, wenn Manuel die Melodie mitentwickelt hat, oder den Titel schon eingesungen, ist es schon naheliegend das er den Titel dann später auch singt. Allerdings sind bei diesem Album ein paar Einschränkungen, weil wir ja hier Charaktere auf dem Album haben, die ja auch einer gewissen Logik folgen müssen, und tatsächlich mussten wir bei dieser Produktion auch einfach mal tauschen oder schon eingesungene Stücke noch einmal abändern. Wir haben natürlich Guy Manning, der die Texte geschrieben hat, ein paar Wünsche mit vorgegeben, und er hat dann, da wo es gewünscht war, die Dialoge der Story ein bisschen angepasst.

Stone Prog: Die Story stammt von Dennis Straßburg, die Texte sind von Guy Manning, wie sah die Zusammenarbeit bei den Kompositionen aus, habt ihr euch zwischendurch getroffen, oder hat jeder für sich gearbeitet?

Marek Arnold: Wir sind ja über die Jahre schon ein eingespieltes Team, der Großteil der Sachen entstehen tatsächlich zwischen Dennis und mir, also erst einmal die rein instrumentalen Sachen, sehr häufig bekomme ich die Grundgerüste, kleine Loops oder Flächen programmiert, sozusagen als Grundidee, die schickt er mir dann und ich entwickle dann den Refrain dazu, manchmal ist es aber genau umgedreht. Dann fanden aber auch erste Sessions statt, wo auch Ralf viele Ideen mit eingebracht hat, vor allem im ersten Teil des Albums. So entsteht dann auch eine gewisse Vielfalt. Wir hatten dann auch noch eine Session nur mit den Sängern, wo Manuel, dann auch mal an den Tasten saß, und nochmal neue Einflüsse dazu kamen, harmonisch, sich dann wieder paar Sachen verändert haben. Also ein Mix aus echter Zusammenarbeit und übers Internet.

Stone Prog: Ja, über das Internet wird ja echt viel gemacht, durch die aktuellen Umstände noch viel mehr wie früher, ich denke so manches Release der letzten Jahre ist so entstanden. Und dabei haben sich die Bandmitglieder nicht einmal gesehen.

Marek Arnold: Richtig, die Zeit hat bei vielen die Arbeitsweise insofern verändert, wie sie bei uns eigentlich schon immer war.

Stone Prog: Das Coverartwork ist sehr gelungen und stammt von einer jungen Chemnitzer Künstlerin, wie kam es dazu?

Marek Arnold: Ich kannte sie aus den sozialen Medien, hatte sie aber eher als Pianistin auf dem Schirm, aber eines Tages veröffentlichte sie einige Bilder, wo mir die Farbkombinationen sehr gefielen, es waren eher moderne Sachen, so in Richtung Industrie / Architektur, also fragte ich an, ob sie nicht in diesen Farben etwas für uns zeichnen könnte, natürlich angepasst auf unsere Story paar hundert Jahre früher. So kam es dann zur Zusammenarbeit, sie schickte dann den Entwurf, der uns sehr gut gefiel, und mit dem Endergebnis kann man jetzt doch sehr zufrieden sein, ich finde das Cover verkörpert die Musik sehr gut.

Stone Prog: Sind für dieses Jahr Liveauftritte mit Cyril geplant?

Marek Arnold: Wir haben es ja schon bisschen erörtert, auf Grund der räumlichen Entfernung, der persönlichen Lebenssituationen, den anderen Jobs, ist Cyril natürlich mehr ein Projekt, als den eine Liveband. Auch wenn wir als Liveact schon unterwegs waren, was sehr großen Spaß gemacht hat, müssen wir sehr genau planen und abwägen, wann es sich auch einfach lohnt etwas gemeinsam auf die Bühne zu stellen. Aktuell ist daher in diesem Jahr nichts geplant … Aber! Es gibt nach wie vor Überlegungen, die wegen Corona zweimal abgesagte „Prog(c)tober“ Club-Tour, möglicherweise 2023 nachzuholen. Also dann auch wieder, wie schon geplant, in der Konstellation „Marek Arnold & Manuel Schmid“, „Cyril“ und „Seven Steps To The Green Door“. Ob und wie, lässt sich natürlich aktuell schwer einschätzen.

Stone Prog: Ja, richtig, so weit vorplanen ist ja aktuell immer noch nicht möglich, aber die nächste Zeit wird zeigen, was vielleicht mittelfristig möglich ist. Ihr wolltet die Sache doch auch mitschneiden?

Marek Arnold: Ja, wir hatten geplant das ganze zu Filmen, es waren bereits Kameras organisiert und es gab auch schon viele Helfer, die uns bei dem Vorhaben unterstützt hätten. Wir wollten das ganze als DVD, oder wie auch immer, veröffentlichen, um diese, für uns auch besondere Tour, für die Fans zu dokumentieren.

Stone Prog: Danke für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg!

Amenti´s Coin – Secret Place Pt.2

Tracklist:

1. On Sacred Ground (5:24)
2. A Letter Home (3:46)
3. My Father’s Answer (5:06)
4. Desert Crossing (6:25)
5. Caravan (6:01)
6. Amanti’s Coin (3:19)
7. A New Shangri-La (6:40)
8. The Temptress (4:02)
9. Arrival (8:40)

Cyril:

Larry B. – vocals
Manuel Schmid –  vocals
Marek Arnold –  keyboards / sax / clarinet
Ralf Dietsch –  guitars / mandoline
Manuel Humpf – drums
Dennis Strassburg – bass guitar

Noch ein paar Anmerkungen zum vorliegenden Album. Als mir Marek Arnold, vor geraumer Zeit die Song´s des Albums schickte, war ich natürlich sehr gespannt, weil es ja wieder ein Konzeptalbum werden sollte. Und ja, wie im Interview schon angedeutet, es ist ein Album geworden, was ohne Bruch, als ganzes, sehr gut anzuhören ist. Wenn man sich im Vorfeld mit der Story befasst, kann man das Album noch besser greifen. Die Texte in der CD fehlen zwar, aber man kann sich diese auch mittels einem QR-Code herunterladen. Was mir besonders gefällt sind die einzelnen Kompositionen dazu, wer ein bisschen Fantasie hat, sieht die Charaktere, beim Hören der Musik.

Angelegt ist das ganze wieder in sehr melodischem Prog-Rock, wie schon bei den Vorgänger-Alben, aber hier noch viel mehr in die Tiefe gehend. Wenn man das Album konzentriert hört, findet der Hörer im wieder neue Dinge im Detail. Waren bei den ersten Alben die Vocal´s noch mehr auf Larry B. zugeschnitten, gut, beim letzten schon nicht mehr, ist hier die Abwechslung beider Sänger das Salz in der Suppe. Sie verkörpern die Charaktere der Story ungemein gut, unterstützt noch durch Andrea Strassburg bei „The Temptress“ und die gesprochenen Worte von Guy Manning beim abschließendem Track „Arrival“.

Musikalisch bedienen Cyril hier wieder eine breite Palette, von richtig rockenden Stücken, so der Opener „On Sacred Ground“ und decken im weiteren Verlauf eine große Bandbreite ab. Bei „A Letter Home“ sind im Hintergrund orchestrale Kompositionen zu hören. „Desert Crossing“ ist auch ein sehr abwechslungsreiches Stück geworden, zum Ende sich immer weiter aufbauend, mit schönen Soli. Eigentlich ist es müßig einzelne Songs herauszustellen, die große Stärke ist die immense Vielfalt an Ideen, die Abwechslung und das man hier wirklich einer Linie folgt, vom ersten bis zum letzten Ton. Und das sehr gekonnt, sowohl kompositorisch, als auch, was das Können der einzelnen Musiker betrifft. Tolles Album!!

Wertung: 8.5 / 10

Bestellen könnt ihr das Album unter: marekarnold.bandcamp.com/album/amenti-s-coin-secret-place-pt-ii

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