Livereport: Freak Valley Festival 2022

Zwei lange Sommer ohne echte Freaks. Endlich, Mitte Juni 2022, stürmen die Massen wieder auf das Gelände der Arbeiterwohlfahrt im südwestfälischen Netphen nähe Siegen. Über 30 Bands an vier Tagen haben die Veranstalter aufgefahren. Von erlesenen Geheimtipps bis zu den Szenegrößen der Stoner- und Doom-Szene. „Liebe Freunde“, wie Ansager Volker Fröhmes stets vor jeder Band beginnt, Freak Valley ist endlich wieder auferstanden. Zunächst geht es aber hoch durch den kleinen Weg zwischen Wald und Feldern zum Campinggelände. Im Austausch für die zuverlässigen Dienste meiner Elektro-Luftpumpe gibt es schon mal das erste Bier von den Nachbarn gereicht. Einen Hammer gibt es im Umkreis leider nicht, so lässt sich die Hand voll Heringe des Zeltes aber auch per Warndreieck in den Boden rammen.

Der zusätzliche Festivaltag – Los geht es in diesem Jahr bereits Mittwoch, denn mit den Einnahmen der Zusatztickets soll den steigenden Produktionskosten entgegengewirkt werden. Für das Geld gibt es ein vollwertiges Line-Up mit sechs Bands. Eigentlich waren Witchcraft mit auf der ursprünglichen Liste, wurden dann kurzfristig von My Sleeping Karma ersetzt, die dann noch kurzfristiger krankheitsbedingt absagen mussten. Spielpläne in der heutigen Zeit konstant zu halten ist leider schwer geworden. Nachdem bereits Purple Dawn und Duel das Gelände eingeweiht haben, kommen meine Ohren zu Geezer endlich in Hörweite. Das Trio aus New York füttert die PA mit schwersten Stoner-Riffs und ist direkt ein Sinnbild für die Stärken des Festivals. Mit Sonnenbrille, Bandana und wallendem Bart führt Gitarrist und Frontmann Pat Harrington die Band eine knappe Stunde an. Rückkopplungen, tiefe Gitarre, Fuzzsound. Schnell sind die Zuschauer genauso eingegroovt wie die Band selbst.

Geezer

Mit zwei Mann mehr auf der Bühne geht es bei den Villagers Of Ioannina City weiter. Den leicht sperrigen Namen verdanken sie ihrer griechischen Herkunft aus eben jener Stadt. Neben den Stoner- und Post-Rock mischen sie mit Dudelsack und Klarinette auch Folk-Elemente in ihre Musik. Das Ergebnis ist ein komplexerer Sound mit Alleinstellungsmerkmalen, gepaart mit den typischen Gitarren-Wänden.

Villagers Of Ioannina City

Black Mountain, Co-Headliner, wenn man so will, beginnen deutlich leiser. Gebettet auf einem Orgelteppich eröffnet Sängerin Amber Webber die mystischen Klangwelten, des großartigen Longtracks Mothers Of The Sun. Sie teilt sich die Passagen mit Stephen McBean, Sänger und Gitarrist der Gruppe. Mehrere Minuten wabert das Intro über die Köpfe hinweg. Dann: Drumfill, Fuzzgitarren. Die Reihen beginnen im Takt zu nicken als das Hauptriff endlich angestimmt wird. Klanglich fast identisch mit der Studioversion, garniert mit geschmackvollem Solo von McBean. Kanadischer Psychedelic-Rock, der die Messlatte für die Headliner hoch anlegt.

Black Mountain

Zum Glück hat man sich mit Baroness direkt einen großen Brocken für den Mittwoch gesucht. Das zunächst ruhig schwirrende Intro täuscht. Was rund um John Baizley und Gina Gleason an den Gitarren passiert ist progressiv, wild und unheimlich präzise. Auch hier drückt der Sound aber Gleasons Telecaster und Baizleys Strat sind glasklar, spielen perfekt zusammen. Mit großer Spielfreude und Bühnenpräsenz geht es durch die Nacht. Dabei werden übliche Songstrukturen immer wieder umgeworfen. Multitalent John Baizley kreiert neben der Musik auch Gitarren-Effektpedale und die Artworks für die Alben, von welchen noch einige über die Theke gehen. Grundsympathisch und eigenständig setzen Baroness den Schlussstrich unter den ersten Tag. Ein absolut würdiges Line-Up für die Unterstützer mit Zusatzticket.

Baroness

Start des Normalprogramm – Ausschlafen geht nicht, die Sonne erhitzt die Zelte bereits am Morgen auf Sauna-typische Werte. Flucht in den Schatten oder ins Auto hilft bis es mittags wieder zur Sache geht. Alternativ lässt sich die Wartezeit auch an der Futtermeile auf dem Gelände überbrücken. Die verhältnismäßig geringen Preise auf dem Gelände sind auch bei den Getränken hervorzuheben. Fast wird der geneigte Gast ungläubig, wenn er an andere Festival- oder Messe- Preise denkt. Trinkwasser kann gar gratis gezapft werden. Eine Entscheidung die Schule machen sollte. Hinzu kommt ein modernes Bezahlsystem mit Chip am Festival-Bändchen. Einmal aufgeladen lässt sich hiermit sekundenschnell an jedem Stand zahlen. Den Anfang machen Dvne mit 40 Minuten progressivem Metal. Gelegentliche Gesangsschwächen werden mit Shouts und instrumentaler Brutalität sowie Rhythmik ausgeglichen. Die lange Schlange beim Merchandise zeugt vom Gefallen an den Schotten.

Dvne

Deutlich entspannter spielen Supersonic Blues auf. Erdiger Vintage-Sound trieft aus den Verstärkern. Wie Sand im Kugellager eines immer gleichbleibenden Rhythmus. Ein psychedelischer Soundtrack für die Mittagshitze, in der viele nach Schatten Ausschau halten.

Supersonic Blues

Aus dem kühlen Norwegen wurden Kosmodome auf die Bühne gespült. Ähnlich Retro aber schon im ersten Song vertrackter als ihre Vorgänger. Stets melodisch agiert die Gruppe rund um die Brüder Sturle und Severin Sandvik, die Teils gar an Motorpsycho erinnern. Sogar etwas deutsch haben die Sympathen extra gelernt. Ihr Debütalbum: klarer Anspieltipp.

Kosmodome

Bleiben wir im Norden. Das Stockholmer Quartett Les Big Byrd ist Psych, Indie und Space in einem. Eine schwelgerische Reise am Nachmittag mit langem Intro.

Les Big Byrd

Wer jetzt auf der Wiese vor sich hinträumt, bekommt von Mondo Generator einen sprichwörtlichen Tritt in die Fresse. Fuck It heißt der erste Song,Fuck Yeah, I ́m Free der Zweite. Sänger und Bassist Nick Oliveri treibt seine zwei Mittstreiter ebenso wie das Publikum an und schreit sich die Seele aus dem Leib. Gnadenlos und in Blast-Beat-artiger Geschwindigkeit beschwören sie den ersten Moshpit. Sogar eine Zugabe ist drin. Oliveris Vita ist nicht ganz unproblematisch, jedoch beeindruckend. So spielte er bereits bei Kyuss und Queens OfThe Stone Age. Gewalt und der Hang zum Drogenkonsum führten jedoch zum Rausschmiss bei Letzteren.

Mondo Generator

The Atomic Bitchwax schließen sich der härteren Gangart mit an. Vor der Bühne wird es nun schon ordentlich voll. Rock ́n ́Roll auf den Punkt gespielt von drei Amerikanern, die keine zu langen Songs mögen. Langsam geht es in Richtung Abend und mit Toundra wechselt sich die Stilistik.

The Atomic Bitchwax

Lange und instrumentale Stücke erinnern an eine härtere Version von My Sleeping Karma. Die Spanier punkten mit ihrer Präsenz und Energie. Estaban Giron wirbelt seine Gitarre über die Bühne und scheint vollkommen in der Musik aufzugehen. Das Kunststück auch instrumentale Musik spannend zu gestalten und darzubieten gelingt der Band definitiv. Zeit für eine weitere Reise in die Vergangenheit.

Toundra

Endless Boogie klingen wie der alte Flusenteppich in einem verrauchten Proberaum aus längst vergangenen Zeiten. Rödelig knarzende Klänge kommen aus der Gitarre von Frontmann Paul Major, der die klanglichen Eigenschaften mit seiner fransigen Frisur auch optisch erfüllt. Mit dem dritten Song wird schon das Finale eingeläutet Dabei ist doch noch locker eine halbe Stunde Spielzeit drin. Die Amerikaner versinken in ihrem Riff, mal singt Major, mal nuschelt er mystisch. Ist es ein Song, ein Jam oder ein psychedelischer Trip? Was auch immer es ist, ist fast schon dreist aber es funktioniert. Irgendwann scheint alles zu verschmelzen, alles ergibt Sinn, Körper und Geist scheinen gefangen im Endless Boogie… „Thank y ́all“, tönt es nach ewigem Outro durch die wallenden Haare und plötzlich ist die Bühne wieder leer.

Endless Boogie

Raus aus der Hypnose geht es mit dem heutigen Finale: Pelican. Klanglich wird hier angeknüpft wo Toundra aufhörten. Noch härter, noch massiver. Auch die Amerikaner verbleiben instrumental, füllen den Raum zu viert aber voll und ganz aus. Dann jedoch Stille. „Not the first time we blow the power at a stage”. Nach kurzem Technik-Check geht es aber weiter headbangend in die Nacht.

Pelican

Der ultraheiße Freitag – Soweit nichts Neues. Der Abstieg vom Campinggelände wir langsam mühsamer. Aufgrund der Örtlichkeiten sind gut 20 oder mehr Minuten notwendig um zur Bühne oder zurück zum Zelt zu gelangen. Glücklicherweise fährt immerhin mittags und Nachts ein Shuttle-Bus, sofern man das richtige Timing erwischt hat. Eventuell wäre hier ein zweiter Bus für den zügigeren Transport der Massen besonders in der Nacht nicht verkehrt. Noch ist kein großer Betrieb als Revvnant den Tag einläuten. Die düsteren und langsam treibenden Synth-Rhythmen harmonieren faszinieren, passen jedoch nicht ganz unter die Mittagssonne.

Revvnant

Düster und mysteriös anmutend beginnen Djiin ihr Set. Chloé Panhaleux an der elektrischen Harfe stimmt einen tiefen Gesang an, bis es plötzlich zu eskaladieren Schreien kommt. Es ist als habe ein Dämon von ihr Besitz ergriffen. Eine eigenwillige Mischung aus Stoner und Doom, die zu faszinieren weiß. Ihr Auftritt ist wie ein Ritual, das bei Dunkelheit faszinieren könnte. Zeitweilig schein es technische Probleme mit der Harfe zu geben. Die Ansagen der Franzosen auf deutscher Sprache kaschieren dies aber schnell.

Djiin

Swedish Death Candy haben mit Schweden Garnichts zu tun. Zusammengewürfelt aus Südkorea, Italien und England bieten die vier Musiker Psychedelic Rock, der zunächst nicht so sehr aus der Masse heraussticht, dann aber in der zweiten Hälfte aufholt. Etwas härter, mehr Jams. Damit locken sie sogar so einige Gäste aus dem Schatten.

Swedish Dead Candy

Eigentlich sollten nun The Great Escape mit einer Reunion-Show auf dem Plan stehen. Matthias „Matte“ Vandeven, der auch bei My Sleeping Karma spielt, ist jedoch immer noch Krank und so setzen sich Glasgow Coma Scale aus Frankfurt ins Auto. Der Ersatz entpuppt sich als frühes Highlight. Sauber gespielter Post-Rock. Die drei Musiker schaffen es nicht nur Technik, sondern auch Emotionen in ihre Songs einzuweben. Marek und Piotr Kowalski an Bass und Telecaster konstruieren dicht angefettete Klangwände, unterstützt von ein paar elektrischen Samples. Druckvoll live als auch im Studio.

Glasgow Coma Scale

Von Frankfurt nach Dortmund. Daily Thompson haben einen besonderen Gig vor sich, denn das Konzert soll es als Vinyl-Mitschnitt geben. Stoner, ja, aber auch etwas Punk und atmosphärische Tiefe versteckt sich in der wilden Performance der Drei. Bassistin Mercedes Lalakakis wirbelt euphorisiert über die Bühne, Gitarrist Danny Zaremba legt die Gitarre nieder und präsentiert eine mit drei Saiten bespannte Zigarrenschachtel. Spätestens jetzt wird gestagedived.

Daily Thompson

Okkult wird es mit Green Lung. Sänger Tom Templar betritt die Bühne mit hoch erhobener gehörnten Goldmaske. Kaum ist die Bühne dekoriert geht es auf die Reise in britische Heavy-Gefilde zwischen Doom und klassischeren Rock. Die stets groovenden Riffs in Drop-D gehen gut ins Ohr und sind songdienlich geschrieben. Keine Experimente, mehr Coolness. Bevor die Formel zu schnell abnutzt, servieren Green Lung Balladen und der große Applaus beim Abbauen gibt ihnen Recht. Hat jemand instrumentaler Post-Rock gesagt?

Green Lung

Fans kommen hier auf ihre Kosten, denn mit Leech stehen die nächsten Vertreter auf der Matte. Nach längerem Soundcheck eröffnen die Schweizer mit ausgiebigen Intros ihre vier Stücke. Die grooven mitsamt elektrischem Xylophon auch gut, die Masse scheint teils aber schon zu aufgedreht zu sein und gelüstet nach Härte. Wenn sie doch nur wüssten, was noch kommen sollte.

Leech

Jordan Cook ist Reignwolf. Zusammen mit Drummer Joseph Braley erzeugt er mit Verstärkern links und rechts von sich einen Sound, für den es eigentlich mehr Leute brauchen müsste. Die Menge ist von Minute Eins an elektrisiert. Cook brüllt ins verzerrte Vintage-Mikro und verprügelt seine Gitarre. Stagediver Links und rechts, der Moshpit lädt zur Eskalation ein. Wildester Bluesrock. Nicht umsonst war Reignwolf schon Vorband von Black Sabbath und The Who. Das der massive Sound vorne in enormer Lautstärke etwas matscht fällt bei der Show ebenso wenig ins Gewicht wie der halbe Liter Bier im Rücken. Cook beginnt Gitarre und Schlagzeug parallel zu spielen, geht auf die Absperrungen zum Publikum und steht auf der Bassdrum am Bühnenrand. Zeit für eine Atempause.

Reignwolf

Vier Männer aus Oregon verhindern aber ein zu langes Durchschnaufen. Red Fang strotzen vor tief gestimmten, gut geölten Grooves. Mit einer Portion Punk und Sludge obendrauf hebt sich die Formation nicht übermäßig vom restlichen Line-Up ab, was aber auch für die durchgehende Qualität spricht. Ein Slotwechsel mit Reignwolf hätte der Dynamik im Publikum vielleicht gutgetan.

Red Fang

Das letzte Kapitel – Ein letztes Mal geht die Sonne auf und bescheint die schlafenden Camper. Der finale Tag bricht an. Immer noch wolkenfreie Aussichten ins Grüne Tal. Madmess sind extra aus Portugal nur für die eine Show angereist. Bei der Hitze hat sich Gitarrist Ricardo Sampio direkt vier Biere neben sein Wah-Pedal gestellt. Mit psychedelisch harten Klängen und viel Raum zum Jammen, weiß die junge Band zu überzeugen.

Madmess

Apropos Anreisen: die weiteste haben IAH aus Argentinien. Ihr dröhnend brachialer Sound ist auch mal ruhiger, zudem meist instrumental. Teils ruhen sie sich etwas zu lang auf gleichbleibendem Grollen aus, wodurch sie über das Areal plätschern.

IAH

Das mäandern auf tiefen Power-Chords gehört auch zum Repertoire der Slomatics. Den Gesang des Trios übernimmt Drummer Marty Harvey, jedoch mangelt es ihm am Feintuning, weshalb seine Stimme nicht ganz mit der Musik harmonieren will. Die Massen verbleiben weiter im Schatten.

Slomatics

Psychlona bringen wieder mehr Schwung auf und vor die Bühne. Auch hier gibt es die schiebenden Gitarrenwände aber gespickt mit mehr Abwechslung im Songwriting.

Psychlona

Die holländischen Temple Fang sehen nicht nur psychedelisch aus, sie sind es auch. Zusammen mit einem Schuss Space Rock, Ambient Intro und Spielereien wie Echo auf den Drums, träumt es sich gut auf der heißen Wiese.

Temple Fang

Bevor The Midnight Ghost Train sich auf die Bühne wagen, ertönt ein tiefer Gitarrenton. Gut zehn Minuten schwirrt er endlos durch die Luft. Verursacher Steve Moss wird zum Erlöser und legt los. Mit einer Stimme wie ein altes Whisky-Fass beginnt der erste Track nach sechs Jahren Spielpause. Noch hält er die Gitarre zurück, Bass und Drums treiben an, Break, dann beginnt das Gewitter. Schlagzeuger Brandon Burghart punktet mit präzisen Pausen und Steigerungen. Schmutzig wilder Rock mit Alleinstellungsmerkmal. Deutlich weniger dreckig, dafür maximal längere Stücke.

The Midnight Ghost Train

Elder ist eine Formation aus zwei verschiedenen Kontinenten und versteht eine Songlänge von zweistelligen Minutenzahlen als Qualitätsmerkmal. Dabei gelingt ihnen trotzdem ein interessant bleibender Mix aus Gitarren-Motiven und Melodieführung. Von Ruhig bis Eskalativ.

Elder

Mit High On Fire betreten schwere Geschütze die Bühne. Gitarrist und Sänger Matt Pike, einst Teil von Sleep, führt seine Mitstreiter durch ein Set voller Wucht. Soviel Wucht, dass Drummer Coady Willis bei jedem Schlag fünf Mal weiter ausholt als es nötig wäre. Die Band wurde bereits mit einem Grammy ausgezeichnet und erinnert mit der Brachialität nahezu an Slayer. Pike schwitzt sich durchs Set, spuckt auf den Boden, wirft Plektren. Auch wenn es in manch schnellen Passagen mal unübersichtlich wird, sind High On Fire eine Bank der Szene.

High On Fire

Fu Manchu laden zum Endspiel ein. Die Amps werden noch eine Spur lauter gedreht, ein Fuzz-Gewitter bricht über das Gelände herein. Scott Hill und seine drei Mitstreiter fliegen in unerwartet schneller Geschwindigkeit über die Bühne. Seine und Bob Balchs Gitarre klingen als hätten sie den Stoner Rock erfunden. Der Sound ist perfekt abgestimmt, massive Drums geben trotzdem jedem Instrument seinen Raum. Riesige Ballons werden auf die Zuschauer losgelassen, vorne gibt es mittlerweile ein Security-Mitarbeiter, denn die Menge tobt an diesem Abend immer wilder. Dann fliegt ein aufgeblasenes Einhorn durch die Luft. Zugabe? Zugabe. „Oh Fuck“, grüßt Hill die Massen vor der Bühne ein letztes Mal. Es folgt der letzte monumentale Abriss. Obwohl es schon Nacht ist, spürt man den Wüstenstaub. Zwischen Fabelwesen und Legenden auf der Bühne endet das Festival mit dem ganz eigenen Flair.

Fu Manchu

Einmal ausruhen auf einer der vielen dekorativen Sofas auf dem Gelände. Die Bäume in der Umgebung sind bunt erleuchtet, niemand will diese kleine Welt heute so recht verlassen. Immerhin wurde das meiste medial durch den WDR Rockpalast abgedeckt. Leidenschaftlich bei der Arbeit standen Kameraleute und Techniker tagelang in der Hitze, um die entscheidenden Momente festzuhalten. Vor der Bühne spielen noch ein paar Fans Fußball mit einem signierten Gymnastikball als auf einmal ein Mann in weiß die Bühne betritt. „Wir haben zwei Jahre lang dafür gekämpft, dass wir hier stehen können. Die Rock Freaks sind die Könige und Königinnen des Festivals und wir brauchen sie jetzt auf der Bühne.“, tönt er euphorisiert ins Mikro und zu den Klängen von Pink Floyd entern die Freaks die Bühne. Plötzlich steht das Publikum mitten auf der Bühne zwischen den Veranstaltern vom Rock Freaks e.V.. Alle sind friedlich vereint, zelebrieren voller Liebe was sie geschaffen haben. „Es war nicht klar, dass Freak Valley stattfinden wird, es war unnormal, wir haben es geschafft. Wir sind alle Freak Valley!“

Text und Fotos: Marvin Brauer

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