Review: Crippled Black Phoenix – Ellengaest (2020)

Crippled Black Phoenix, oder Justin Greaves, vermögen immer wieder zu überraschen. Das vorliegende „Ellengaest“ ist ein spannendes Album geworden, so nicht unbedingt zu erwarten, stand Justin Greaves doch fast alleine da, weil mal wieder einige Wechsel und Abgänge innerhalb der Band zu verzeichnen waren.

So lud er den einen oder anderen prominenten Musiker ein und siehe da, es gewinnt durchaus an Farbe und Vielfalt. Insbesondere die verschiedenen Gesangsparts, übernommen von Vincent Cavanagh (Anathema) bei „House Of Fools“ und „Lost“. Bei „In The Night“ darf dann Kristian „Gaahl“ Espedal das Mikrofon übernehmen, bei „Cry Of Love“ ist Ryan Patterson dran. Jonathan Hulton übernimmt „The Invisible Past“ und Belinda Kordic „Everything I Say“ sowie das Bauhaus-Cover „She´s In Parties“

Label: Seasons Of Mist (2020)

VÖ: 09.10.2020

Besetzung:
Justin Greaves (Gitarre, Schlagzeug, Bass, Samples)
Belinda Kordic (Gesang, Percussion)
Helen Stanley (Grand Piano, Synthesiser, Trompete)
Andy Taylor (Gitarre)
Ben Wilsker (Schlagzeug)
Rob Al-Issa (Bass)

Tracklist:

House Of Fools

Lost

In The Night

Cry Of Love

Everything I Say

(-)

The Invisible Past

She´s In Parties

Eröffnet wird “Ellengæst” mit ruhigen Tönen aus Helen Stanley‘s Trompete, bevor diese von einem wilden Durcheinander aus Gitarrenriffs jäh unterbrochen werden. Es ist ein düster-melancholisches Duett zwischen Vince Cavannagh und der Phoenix-Sängerin Belinda, welches im Laufe seiner fast achtminütigen Spielzeit immer dichter wird und mich schon hier das erste mal in die Achtziger zurückversetzt, obwohl hier noch am deutlichsten Floydeske Einflüsse herauszuhören sind.

Beim zweiten Track „Lost“, vorab war ein Video der Band zu diesem Song veröffentlicht, welches den Zustand unserer Welt in weiten Teilen mit Bildern dramatisch zeigt, ich habe es nur einmal geschaut. Gesungen von Belinda Kordric und beim Chorus „We Are Lost As Human“ bringt sich nochmal Vincent Cavanagh ein. Flirrende Gitarren und ein monotones Schlagzeug begleiten das ganze, für mich ein Song der packt und nicht mehr aus dem Kopf geht. Tolle Nummer.

‘In the Night’ schlägt wiederum ganz andere Töne an und erinnert an frühe Anathema oder aber Tiamat´s „Wildhoney“ Album. Geprägt wird das düster melancholische Stück von Gaahls gesprochener Word Performance – über welche sich die Stimme Belinda Kordic legt. Die beiden Stimmen harmonieren perfekt. Anfänglich ein wenig langatmig um zu zünden, doch mit dem Gitarrensolo wird es nochmal richtig gut.

Das anschließende ‘Cry Of Love’ wieder im Duett gesungen, diesmal von Ryan Patterson und Suzie Stapleton, wirkt für mich mit seinem Rhythmus fast passend für jeden Tanzsaal wo zu Dark / Wave Klängen abgefeiert wird. (gibts solche Läden eigentlich noch …?). Sisters Of Mercy lassen grüßen … ich mochte das auch mal, ist aber schon paar Jährchen her.

‘Everything I Say’ das erste von zwei Coverstücken auf dem Album, in dem Fall von Vic Chesnut, klingt komischerweise am ehesten wie die alten CBP. Kann man durchaus sagen, gut ausgewählt, schöne Gitarren und der Gesang Belinda Kordics passen hier perfekt.

Das nächste Stück hat keinen Namen „(-)“ und ist für mich eher ein Zwischenstück als Übergang zum über elfminütigen „The Invisible Past“. Für mich das musikalische Highlight von „Ellengaest“, geprägt durch die sensationelle Stimme Jonathan Hulten´s. Der Song zeigt deutlich was drin gewesen wäre …

Zum Abschluss mit „She’s In Parties“ noch ein „Bauhaus“ – Cover. Sehr nah am Original, ich hätte es nicht gebraucht. Insgesamt aber doch ein rundes, kompaktes Album, was ich sicherlich noch mehrmals hören werde.

7.5 / 10 Punkte

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