Review: Needlepoint – Walking Up That Valley (2021)

Needlepoint wurde um 2010 von Gitarrist und Sänger Bjørn Klakegg gegründet. Das Debüt der Band wurde im selben Jahr auf Klakegg´s eigenem Label veröffentlicht. Bjørn Klakegg ist in der norwegischen Jazzszene kein unbekannter Musiker. Als er den Bassisten Nicolai Hængsle zum ersten mal traf und sie sich austauschten, wurde Needlepoint aus der Taufe gehoben. Bis 2015 kamen noch Olaf Olsen und David Wallumrød hinzu, und so ist dieses Bandgefüge seither sehr gefestigt.

Artist: Needlepoint
Title: Walking Up That Valley Format: LP, CD, Digital
Label: BJK Music
Distribution: Stickman Records Genre: Prog / Jazz Rock
Release Date: 29.01.2021

Tracklist:

1. Rules Of A Mad Man
2. I Offered You The Moon
3. Web Of Worry
4. So Far Away
5. Where The Ocean Meets The Sky 6. Carry Me Away
7. Another Day
8. Walking Up That Valley

Das neue Album „Walking Up That Valley“ setzt die Entwicklungslinie der letzten beiden Veröffentlichungen der Band, „Aimless Mary“ (2015) und „The Diary Of Robert Reverie“ (2018), fort, die sich eingehender mit dem Canterbury-Prog befassten, der durch die ersten Alben der Band angedeutet wurde. Die Band ist im Laufe der Jahre gereift, was sich auch auf dem neuen Album niederschlägt, finden sich hier doch viele abwechslungsreiche Instrumente wieder, wie Cembalo, Violine, Flöte, ein Chor und noch einiges mehr. Hinzu kommt noch Bjørn Klakegg´s sanfte, melodiöse Stimme die auf dem Album auch einen großen Raum einnimmt.

So verbindet sich die Stimme mit teils verträumten Vintage-Keyboards, geschäftigtem Schlagzeug und Percussionsspiel, melodischer und jazziger Gitarrenarbeit und geschickte Basslinien.

Schon mit dem ersten Stück „Rules Of A Mad Man“ haben Needlepoint mich eingefangen, locker, flockig kommt das erste Stück daher, schließt man die Augen, könnte man auch in einer Strandbar sitzen und die Seele baumeln lassen. „I Offered You The Moon“, einer der längsten Tracks auf dem Album, beginnt mit einem fantastischen Bass, vertracktem Schlagzeugspiel, fast schon gesprochenen Gesang, schließt dann mit einem sehr spacigen Keyboardspiel ab, was für schöne psychedelische Momente sorgt. Für mich das erste Highlight!

„Web Of Worry“ kommt als luftiger, leichter Song mit gefälligen Gesang, nicht aufregend, ebenso wie das folgende „So Far Away“. Akustische Gitarre und Violine bestimmen diesen fast melancholischen Song, hier sticht auch der Gesang von Björn Klakegg besonders heraus.

Das nächste Stück beginnt auch wieder sehr entspannt, doch nach knapp 2 Minuten kippt der Song, und es wird gejammt, jazzige Gitarren, flirrende Keyboards und eine sehr frickeliges Schlagzeug, um aber dann doch wieder zum ruhigen Ausgangspunkt zurückzukommen. „Carry Me Away“ auch nur knapp über drei Minuten, kommt aber ausgesprochen locker und lässig daher, mit einem sehr melodischen, fast schon eingängigen Refrain, auch der Chor zum Schluss passt sehr gut zu dieser Stimmung.

Am Ende der Titeltrack „Walking Up That Valley“, mit über zehn Minuten das längste Stück des Album, aber auch das intensivste. Hier wird alles in dem Stück vereint, was Needlepoint so interessant machen. Einen Punkt muss ich hier aber abziehen, leider wird zum Schluss ein beginnendes, vielversprechendes Gitarrensolo einfach mal so ausgeblendet … Dennoch, das komplett im Retro-Stil gehaltene Album, ist jetzt schon mal ein Highlight im noch kurzen 2021 …

Bewertung: 8,5 / 10

Needlepoint is:

Bjørn Klakegg : lead vocals, guitars, violin, flute, cello 
David Wallumrød : hammond organ, clavinet, fender rhodes, harpsichord, upright piano, prophet-5, arp odyssey, arp solus, minimoog 
Nikolai Hængsle : electric bass, backing vocals, guitars on «Rules of a Mad Man» and «So Far Away» 
Olaf Olsen : drums 

Special Guests on Album: 
Erik Nylander : percussion 
The Carry Me Away choir : Indra Lorentzen, Camilla Brun, Maria Vatne, David, Nikolai, and Bjørn 

Words and music by Bjørn Klakegg 
Arranged by Bjørn Klakegg and Nikolai Hængsle 
Produced by Nikolai Hængsle 

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