Review: Single Celled Organism – Percipio Ergo Sum

Single Celled Organism ist das Soloprojekt des Multiinstrumentalisten und Produzenten Jens Lueck. 2017 erschien das erste Album SPLINTER IN THE EYE – ein Konzeptalbum, das auf einer dystopischen Geschichte basiert und ihre Fortsetzung auf dem kommenden zweiten Album PERCIPIO ERGO SUM finden wird.

Der Name Single Celled Organism bezieht sich darauf, dass alles von der ersten Idee bis zum fertigen Mastering in Jens Luecks Studio stattfindet. PERCIPIO ERGO SUM ist erneut ein Konzeptalbum und führt die Geschichte des Vorgängeralbums SPLINTER IN THE EYE weiter. Die beiden Protagonisten haben den Untergang der Zivilisation und den Wiederaufbau überlebt und leiden – jeder für sich, ohne einander persönlich zu begegnen – unter der Vergangenheit ebenso wie unter der Gegenwart. Die „schöne, neue Welt“ missfällt beiden, jedoch auf unterschiedliche Weise. Im Zentrum steht das so genannte TV-Girl mit  seiner Wahrnehmung der Zivilisation, der Menschen, der Welt schlechthin, denn all das ist für die Anfang 20-Jährige, die 16 Jahre als Versuchsobjekt in einem abgeschotteten Bunker (ohne Kenntnis von der Existenz der Außenwelt/anderer Menschen) verbracht hat, komplett neu.

Musicians:

Ingo Salzmann – Guitars
Johnny Beck – Guitars
Isgaard – Vocals
Jürgen Osuchowski – Acoustic Guitars
Katja Flintsch – Violin, Viola
Olek Bakki – Violoncello
Volker Kuinke – Recorders
Jens Lueck – Drums, Keyboards, Vocals, Guitars, Bass, Programming

Tracklist:

1. She’s Awake

2. The Final Door

3. I’d Like To See

4. Ride On A Ray

5. Doubts

6. Save Me From Dreaming

7. I’m Not Human

8. Hey You

9. Humble

10. Entanglement Runs Off

11. Finale The Dark

All compositions and arrangements by Jens Lueck except the main theme of “the girl” composed by Marie-Jeanne Lueck

Recorded, mixed and mastered by Jens Lueck at Art of Music Studio, Garlstorf, Gemany

Jens Lueck wurde von klein auf mit Musik konfrontiert, er nahm klassischen Klavierunterricht, mit den Jahren entdeckte er neben der Klassik auch die Pop- Jazz- und Rockmusik. Die Reise begann mit Abba und führte über Bands wie Alan Parson’s Projekt, Eloy und Supertramp schnell zu Deep Purple, Camel, Pat Metheny, Pink Floyd und Genesis. Die letzten beiden initiierten dann auch den Entschluss, selbst eine Band zu gründen. Allerdings landete er dabei durch einen Zufall am Schlagzeug und verliebte sich in dieses Instrument. Das Interesse für Sound und Tontechnik wuchs im gleichen Maße wie sich die musikalischen Fähigkeiten entwickelten. Mittlerweile hat er eigenes Tonstudio, in dem er auch heute noch eigene und fremde Produktionen realisiert. Zu seinen eigenen Projekten zählen neben SINGLE CELLED ORGANISM noch SYRINX CALL (mit Volker Kuinke) und ISGAARD (mit seiner Lebenspartnerin). Unter anderem arbeitete er als Produzent/Engineer/Komponist/Musiker für: diverse Filmmusikproduktionen, Sylvan, Ricochet, Frank Ramond, Rainbow Serpent, Eloy, Kind of Blue, Lidia Kopania, Rain for a day und viele mehr.

Was erwartet den Hörer bei SINGLE CELLED ORGANISM: ganz einfach, Art-Rock vom feinsten, abwechslungsreich, verspielt, hochmelodisch mal melancholisch … mal zupackend. Vorlieben zu gewissen Protagonisten sind nicht zu verkennen, Genesis, Pink Floyd der späteren Phase aber auch Porcupine Tree sind nicht zu verleugnen, und das er mal mit den Artrockern von Sylvan zusammengearbeitet hat hört man deutlich. Es ist kein Album was man im „Vorbeigehen“ für sich gewinnt, nimmt man sich aber die Zeit und hört es mehrfach wird es immer stärker …

„She´s Awake“ der Opener beginnt mit Piano und gesprochenen Worten von Isgaard, ehe das Stück langsam Fahrt aufnimmt. Schöne Keyboardsequenzen und starke Gitarre von Ingo Salzmann gespielt. Mit „The Final Door“ beginnt einer der stärksten Tracks des Albums, das Jens Lueck gerne Schlagzeug spielt wird hier deutlich, aber es zieht sich ein genialer Faden durch das Stück, verspieltes Piano, schöne melodische Gitarrenlinie, fein eingebaute Flötenklänge, mal etwas langsamer gespielt um dann wieder zu explodieren. Ganz starkes Stück!

„I´d Like To See“ beginnt sehr Floydig, insgesamt sehr ruhig, balladesk gehalten, gut der Refrain ist nicht ganz so meins … schön auch die Violine von Katja Flinsch, ansonsten ist das Stück komplett alleine entstanden. „Ride On A Ray“ hat dann wieder alles was das Artrock – Herz höher schlagen lässt, schöne Tempowechsel, großartige Melodie, starkes Gitarrensolo. „Doubts“ auch ein starkes Stück, hier möchte ich auch mal Johnny Beck hervorheben, der hier mit seinen Gitarrenriffs dem Stück nochmal den Stempel aufdrückt. Bei „Save Me From Dreaming“ gefällt mir der abwechselnde Gesang von Jens und Isgaard besonders, ganz stark in Szene gesetzt, und es fällt erneut auf das Jens Lueck sowohl Wert auf atmosphärische und emotionale Dichte, als auch auf Abwechslung legt, sodass die Musik mal schwerelos vor sich hin zu tänzeln scheint, sich mal zu hymnischen Höhenflügen verleiten lässt und mal aggressiv hervorbricht.

Und so zieht sich diese Mischung bis zum Ende des Albums weiter durch, ein sehr kontrastreiches Wechselspiel aus ruhigen und aufreibenden Parts, die geschickt zu einer tragfähigen Melange aus Gefühl und Härte verknüpft werden. Hierbei entfaltet sich das Album am besten bei den etwas längeren Stücken, aber das Album wirkt als Ganzes, wie es sich für ein ausgeklügeltes Konzept gehört. Einzelne Stücke herauszupicken fällt bei solchen kompakten Alben immer schwer, aber ich nehme mal „The Final Door“, „Doubts“, „Save Me From Dreaming“ und „Entanglement Runs Off“ als Anspieltipps heraus.

Wertung: 8 / 10

Order: Buy Single Celled Organism

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