Livebericht: Crippled Black Phoenix – Leipzig, Felsenkeller

Am 29.10. 2021 fand im Felsenkeller Leipzig das einzige Crippled Black Phoenix Konzert in diesem Jahr statt, das erste in den letzten zwei Jahren überhaupt. Mit neuem Sänger und erstmals in diesem Lineup. Der Auftritt wurde auch parallel weltweit als Streaming angeboten. Als Opener spielte Jonathan Hultén ein paar Stücke allein, bevor dann CBP die Bühne enterten … es sollte ein emotionaler Abend werden …

Jonathan Hultén , einigen auch bekannt als Gitarrist der Formation „Tribulation“, spielte auch einige Stücke aus seinem Soloalbum “Chants From Another Place“, das ja bekanntlich sehr ruhig ausgefallen ist. Hier lebt sich Hultén als Singer/Songwriter aus und schlägt ruhigere Töne an. Allerdings beschränkten sich die Lieder auf dem Album keineswegs auf die Kombination aus Gesang und Akustikgitarre, zu hören bekommt man auch Keyboards, Piano, Orgel, Chöre und an wenigen Stellen auch Schlagzeug und Bass. Beim Konzert in Leipzig reichte aber eine Akustikgitarre .. Die gespielten Stücke waren erstklassig, was nicht zuletzt an den wundervoll melancholische Melodien, die zum Teil aus dem Folk-Bereich kommen, lag. Dazu gesellt sich Hultén´s angenehme, tiefe Stimme. Die meisten im Saal waren jedenfalls absolut begeistert, und er sollte ja auch später noch einmal beim Hauptact mit auf der Bühne stehen …

Crippled Black Phoenix begannen ihr Set gleich mit einem Stück vom letzten Album „Ellengaest“, nämlich mit „Lost“. Schon mal ein guter Einstieg, geht die Nummer doch gleich schön ab, auf der Platte als Gast noch Vince Cavanagh zu hören, übernahm hier Joel Segerstedt den Part und teilte sich die Vocals mit Belinda Kordic. Es folgte „To You I Give“, mit seinen knapp 10 Minuten ein schöner sich langsam aufbauender Song, bevor es dann mit „Nebulas“, einem Song der geradezu auffällig poppig wirkt etwas in den Stil der Achtziger zurück ging. Aber dass eigentlich wichtige an dem Song ist der Text und seine Message wo es ganz einfach um Gewalt gegen Tiere geht und darin klar verurteilt wird. Der erste neue Song an diesem Abend, einige waren angekündigt, war dann „Blackout 77“.

Auch eine Livepremiere war die B-Seite der aktuellen 10″ EP „Painful Reminder“. Gesungen wurde „Dead Is Dead“ wieder von Belinda und Joel gemeinsam, die beiden Stimmen passen sehr gut zusammen. Komponiert wurde der Song von Justin, den Text steuerte Joel Segerstedt bei. Schon paar Jahre nicht mehr im Liveset war „Long Live Independence“, hier in Leipzig endlich mal wieder dabei …

Weiter mit „Champions Of Disturbance“ vom Album „Bronze“ , wobei hier nur der zweite Teil gespielt wurde. Das Gitarrenriff erinnert mich immer bisschen an „Rise Up And Fight“. Aus dem 2009er Album „200 Tons of Bad Luck“ folgte dann das Stück „444“. Danach wurde es wieder aktuell, mit „Everything I Say“ vom aktuellen Longplayer „Ellengaest“ folgte wieder so ein emotional getragener Song. Im Anschluss wieder eine Premiere mit dem Stück „The Reckoning“.

Mit „Painful Remainder“ gab es ein weiteres Stück von der ersten EP „Painful Remainder / Dead Is Dead“ die nach „Ellengæst“ mit dem neuen Sänger Joel Segerstedt aufgenommen wurde. Eine Coverversion des SNFU-Klassikers „Painful Remainder“, dessen Veröffentlichung eine Möglichkeit war, Joel dem Publikum vorzustellen und gleichzeitig dem SNFU-Sänger Mr. Chi Pig Tribut zu zollen. Der Song stand bereits auf der Liste der Coversong-Ideen, die Justin (Greaves) in der Tasche hatte, aber nun war es an der Zeit, es zu tun, da Chi Pig im Jahr 2020 verstorben ist. Justin Greaves dazu: „Es schien das Richtige zu sein, einem talentierten und unterschätzten Sänger/Texter und einzigartigen Charakter in der Punkrockwelt unseren Respekt zu erweisen.“

Dann noch der letzte von den neu angekündigten Stücken, gesungen alleine von Belinda Kordic, „Everything Is Beautiful But U“. Das nächste Stück „Song for the Loved“ wurde auch länger nicht Live gespielt, bisschen überrascht war ich schon. Nach den nächsten beiden Songs kam dann Jonathan Hultén zum eigentlich letzten Stück „Everything I Say“ noch einmal als Gast mit auf die Bühne, wird man so sicher nicht gleich wieder erleben, schöner Abschluss eines wirklich großartigen Abends … insgesamt gab es acht Livepremieren zu hören!

… doch das sollte es es noch nicht ganz gewesen sein, das Publikum in Leipzig hatte da etwas dagegen … der Stream war beendet, das Licht war an, die Band war weg doch die Menge stimmte langsam und dann immer lauter den Chorus von „Burnt Reynolds“ an … Gänsehaut pur! Die Band kam zurück und feierte sich und die Menge. Dann war wirklich Schluss und das ganze hallte auf der Heimfahrt noch lange nach … so muss das!!

Setlist

1. Lost

2. To You I Give

3. Nebulas

4. Blackout 77

5. Dead Is Dead

6. Long Live Independence

7. Champions Of Disturbance

8. 444

9. Everything I Say

10. The Reckoning

11. Painful Reminder

12. Everything Is Beautiful But U

13. Song For The Loved

14. We Forgotten Who We Are

15. Hold On (Goodbye To All)

16. Invisible Past (mit Jonathan Hulten)

Zugabe:

17. Burnt Reynolds ( nicht mehr Teil des Livestreams)

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