Review: Electric Mud – The Inner World Outside (2022)

Aufgrund des internationalen Erfolges ihres 2020er Doppelalbums „Quiet Days On Earth“ haben sich Nico Walser und Hagen Bretschneider entschlossen, das bisherige Duo-Studioprojekt um weitere Kreative Köpfe zu erweitern. „Cinematic Prog Art“ nennen die sechs Macher des brandneuen Albums „The Inner World Outside“ nun ihren Stil. Mit dem deutsch-englischen Filmkomponisten und Dirigenten David Marlow erweitern sie ihren symphonischen Ansatz, mit dem theoretischen Physiker „Timoog“ Timo Aspelmeier fügen sie unter anderem einen Canterbury-Touch hinzu. An Geigen, Bratschen und Celli konnten sie Judith Retzlik verpflichten, die Fotografin Andrea Weiß verstärkt das Team mit ihren visuellen Ideen und digitaler Kunst.

Tracklist:

1. exploring the great wide nothing

2. the fear within

3. around the mind in 80 lies

4. those who leave the world behind

5. guardians of the weather machine

6. silent stranger suite

7. sérotonine

8. descent into the jagged valley 

9. moving on 

Mit ihrer Arbeit nehmen die deutschen „Electric Mud“ Themen wie Isolation, gesellschaftlichen Wandel und Eskapismus unter die Lupe. Sie arbeiten bereits am Nachfolgealbum „The Outer World Inside“, das thematisch direkt an das neue Album anknüpfen und einen anderen Blick auf die Musik von „The Inner World Outside“ werfen wird.

Bisher stand der Name „Electric Mud“ für Instrumentalmusik zwischen den Genres Post-Rock, Electronica (Berliner Schule) und Post-Classical, sowie für Found-Footage-Videos zwischen cineastisch-figurativ und psychedelisch-abstrakt. Als Arbeitsstil stellte Hagen in der Regel einige Bearbeitungen seiner Musik als inspirierenden Leitfaden zusammen, während Nico komponierte und spielte, mit Hagen als eine Art Musik-Supervisor.

Das Album beginnt mit „Exploring the Great Wide Nothing“, einem Stück aus der Feder von David Marlow, das langsam ausklingt und Elemente des neuen symphonischen Sounds der Band präsentiert. Darauf folgt Tino Aspelmeiers „The Fear Within“, ein sehr düsteres, sich langsam bewegendes Stück, das viel Elektronik enthält. „Around the Mind in 80 Lies“ beginnt sehr symphonisch, gefolgt von einem rockigeren Sound mit zwischenzeitlichen Akustikgitarrenelementen, der Song enthält auch einige geflüsterte Gesänge und ein großartiges Gitarrensolo von Nico Walser zum Ende hin.

„Those Who Leave the World Behind“ beginnt mit einem flirrenden Orgelsound, der sich langsam steigert, dann aber in eine Welt der Folk-Instrumente abtaucht. Ein wenig später, kommen wir zur „Silent Stranger Suite“, ein Track mit mehr als zehn Minuten Spieldauer, ein ausgedehntes Stück, das sehr viel Zeit nimmt, um zu wachsen und sich zu entwickeln. Judith Retzlik macht mit ihren Streichinstrumenten das Stück noch besonders und einzigartig. Wunderbare Geigenparts wie sind auch noch in „Sérotonine“ zu hören. Mit dem schönen Klaviertitel „Moving On“ endet dieses interessante Album.

Waren die beiden Vorgängeralben noch schneller zugänglich, brauchte es hier doch etwas länger um in den neuen Klangkosmos von „Electric Mud“ einzutauchen. „The Inner World Outside“ ist ein Album, das wachsen muss, weil man immer wieder neue Dinge beim hören entdeckt. Besonderer Klanggenuss stellt sich beim hören mit Kopfhörern ein.

Wertung: 8 / 10

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