Review: Melanie Mau & Martin Schnella – Invoke The Ghost

Es ist mal wieder soweit, das neue Album Invoke The Ghosts , mit ausschließlich eigenen Songs ist nun nach 18 Monaten intensiver Arbeit fertig und erblickte das Licht der Welt, zeitnah diesjährig, am zweiten Mai. Und wie immer wenn ein Künstler-Kollektiv ein neues Werk veröffentlicht, sind die vielen kreativen Menschen die daran beteiligt sind, glücklich das endlich dieses Ding auf dem finalen Weg ist, stolz darauf was sie geschaffen haben, aufgeregt ob es den Konsumenten gefällt.

Das gleiche hatten wir erst kürzlich mit Cyril um den genauso umtriebigen Marek Arnold und dem wunderbaren Album „Amenti’s Coin (Secret Place – Part II)“ . Auch dort hatte Kollege Martin schon seine flinken Hände beim Mix und Mastering im Spiel. Und ebenso ist es auch so bei dem aktuellen Werk von Melanie Mau & Martin Schnella , da haben auch wieder viele Musiker und Helfer tatkräftig mitgewirkt. Wie schon bei den Vorgängern „Crowdless Sessions“ (2020, Live plus Videos auf DVD) und „Through The Decades“ (2020, Cover-Songs) sind im Zentrum natürlich die perlende Stimme von Melanie und der gefühlvolle Gitarren-Virtuose Martin. Aber auch wieder die Weggefährten Lars Lehmann (Bass-Gitarren), Simon Schröder an allerlei Schlaginstrumenten und als zusätzlicher Vokallist Mathias Ruck; zusammen mit Martin und Simon männliche stimmliche Ergänzung und auch die voluminöse, vokale Balance. Alle fünf sind großartige, symphytische Menschen, denen man es deutlich anmerkt das sie gerne zusammen muszieren. Und das habe ich sehr oft leibhaftig miterlebt und in Gesprächen immer wieder festgestellt. Da hat sich ein Kollektiv zusammengefunden, von dem noch einiges im Studio, vor allem aber auf den Bühnen Europaweit zu hören und sehen sein wird.

Und beim Beschwören der Geister sind auch wieder altbekannte Gäste dabei. Zuerst einmal Tausendsassa Jens Kommnick an Pfeifen, Flöten, akustischer Gitarre, Cello, auch zuständig für keltische Arrangements. So hat er auch schon beim letzten Album mit ausschließlich selbstkomponierten Titeln des Duos, „The Oblivion Tales“ (2017), mitgewirkt. Weiterhin Steve Unruh (The Samurai Of Prog) mit unnachahmlichen Violinspiel beim Titel „Soulmate“ , Folk-Bardin Siobhan Kennedy (River City People) mit muttersprachlichem Gesang bei „Das Goldene Königreich“ (The Virgin Queen) , bildliche Darstellungen stammen von Isa Hausa und Melanies Tochter Anish Jewel Mau , Artwork & Design wieder mal von Multi-Media-Helfer Martin Huch. Jeder der an diesem Kunst-Paket und an den begleitenden Produkten beteiligt war, allen voran natürlich Melanie Mau & Martin Schnella, haben in der Summe etwas sehr Wertiges geschaffen. Deshalb habe ich auch jeden Einzelnen erwähnt. Hier wird genau das gelebt was uns weiterbringt, Zusammenhalt, gemeinsame Interaktion. Ich bin begeistert von diesem zeitgemäßen zeigen von Stärke, Kreativität, Teamgeist.

Wie auch schon bei „The Oblivion Tales“ (2017), werden die Ohren der Hörer bei „Invoke The Ghosts“ ausschließlich mit eigenen Songs und wie gewohnt mit Kompositionen in Deutsch und Englisch, getrieben von Martin’s Virtuosem meist akustischen Gitarrenspiel und instrumental ergänzt von vielen weiteren Musikanten, verwöhnt. Die Vorliebe von Melanie Mau & Martin Schnella zum Satzgesang haben die fünf Musiker, namens im Format Quintett Gray Matters, erfreulicherweise nun noch intensiv ausgelebt. Natürlich gibt es bei jeder Musik auch Vergleiche zu anderen Musizierenden, aber wie ihr wisst, beteilige ich mich selten an solchen Aufzählungen. Wer diesen Text liest, erkennt sofort den roten Faden der sich durch das gesamte Werk von Melli und Martin zieht. Kurzweilige musikalische Geschichten mit fantastischer oder zeitaktueller Lyrik, thematisch Sagen und Mythen aus unserer Heimat (diese Themen verfolgen mich dieses Jahr), aber auch von Freundschaft und Liebe.

Das Album startet bei „Nur Ein Spiel“ mit einem tatsächlich verspielten mehrstimmigen A-Cappella-Intro. Und hört euch den 8-minütigen Mega-Song „Ein Stummer Schrei“ an, eine Hymne bei der einen sofort der Rücken kribbelt, bei der man die Finger auf der Wiederholen-Taste hat, bei dem auch die härtesten Schalen Risse bekommen. Meine hatte jedenfalls welche. Meine geehrten jungen Musiker aus Osterode am mythenhaften Harz-Gebirge, ja ihr habt den Zeitgeist verstanden und große Gefühle in ein wunderschönes Lied transportiert. Allein für diese Eruption an Kreativität lohnt sich die Anschaffung des Albums. Am besten als limitierten Doppeldecker, da gibt es auch noch eine Instrumentale Version dieser kraftvollen Ballade. Und für diejenigen die es noch etwas rockiger mögen, hört bei „The Beast Is Lurking“ rein, oder noch besser, schaut euch dieses Lied als Video auf der marktführenden Video-Plattform an. Auch das 10-minütige „Das Goldene Königreich (The Virgin Queen) ist meines Erachtens visuell auch äußerst gut gelungen. Unglaublich was Gray Matters“ auch im Medium Film und Video diesmal wieder auf die Beine gestellt hat. Ebenso das A- Cappella-Stück „Wholeheartedly“ aus Mellis Feder, geht echt unter die Haut, erneut noch so ein schönes Lied zum Abschluss. Ein Album wie aus einem Guss, unterhaltsam, abwechslungsreich, auch Passagen zum Nachdenken, ohne Schwächen ein hohes Niveau.

Und auf großen Bühnen als Duo, Trio oder Quintett professionell zu musizieren, ist ein kraftraubender, kreativer Prozess; darüber würdig in Bildern und Texten zu berichten ebenfalls. Und die vorgenannten Attribute treffen punktgenau auf dieses junge, kreative, deutsche Aushängeschild zu. Zu Recht kann man sagen, dass Melanie Mau & Martin Schnella zur Speerspitze der akustischen, vokalen Rockmusik gehören und was sie umjubelt deutschlandweit in Wohnzimmern, städtischen Hallen und auf den großen Bühnen der entsprechenden Festivals reproduzierbar beweisen. Es ist auch deshalb keine große Überraschung das sie mit ihrem Projekt Gray Matters, immer wieder in unterschiedlichen Gruppierungen, sehr erfolgreich und viermal direkt hintereinander beim Art-Rock-Festival im Neuberinhaus Reichenbach aufgetreten sind. Das hat bisher dort keine einzige der Haus-Bands geschafft. 2020 sind M & M als Quintett aufgetreten, 2021 aber wieder im Trio, an ihrer Seite Schlagwerker Simon Schröder als Rhythmus-Unterstützung. Melanie damals im sehr eleganten schwarzen Kleid, überbrückte die große Distanzen auf der Bühne zwischen ihren beiden Männern sehr charmant, unterstützte beide mit ihrer Nähe.

Die Bandbreite und Interpretationen der vorgetragenen Songs waren wie immer gewaltig: von der isländischen Art- Rock-Band Agent Fresco (Dark Water), Lady Kate Bush (Running Up That Hill) und Barde Peter Gabriel (In Your Eyes), über die Progger Ayreon , Genesis und Yes (And You And I), bis hin zu den Rockern Kansas , Metallica und Threshold . Die vorgetragenen Unplugged-Songs wirkten im „Gray Matters“ Gewand fast wie Eigenkompositionen. Aber auch eigenes Material wurde präsentiert, „The Spire And The Old Bridge“ vom Album „The Oblivion Tales“ (2017) und „The Sorcerer“ vom ihrem ebenfalls starken Projekt Flaming Row . Ich bin gespannt welche Helfer Melanie Mau & Martin Schnella zum dreitägigen Park-Rock am 04. Juni 2022 zum Musizieren mit einladen. Sehr sicher bin ich, dass sie viel von ihrem neuen Album „Invoke The Ghosts“ spielen und das Publikum im sächsischen Vogtland wieder mit einer bärenstarken und emotionalen Darbietung begeistern werden. Wer Daheim „Gray Matters“ (inklusive Weggefährten Tieftöner Lars Lehmann sowie Vokallist Mathias „Matze“ Ruck ) in allen Variationen Ton und Bild erleben möchte, dem empfehle ich die Ende 2020 im Eigenverlag erschienene CD-DVD-Combo „Crowdless Sessions“ . Der Titel sagte alles über die Zeit damals, zwar ohne Krieg und Krise in der westlichen Welt, aber wegen weltweiter Pandemie mit komplett erstarrtem Kulturbetreib und ohne Publikum. Hoffnung brauchen wir alle und gute musikalische Begleitung zum Beschwören der Geister haben wir nun mit „Invoke The Ghosts“ allemal !!

„Invoke The Ghost“ Musiker:

Melanie Mau: Lead- & Backing Vocals
Martin Schnella: Acoustic Guitars, Electric Guitars, Baritone Guitars, Vocals
Mathias Ruck: Vocals (2, 3, 4, 5, 6, 7, 9, 10)
Lars Lehmann: Bass Guitar, Fretless Bass
Simon Schröder: Percussion, Bodhrán (4), Drums (8), Vocals (1, 9, 10)

Guests:

Jens Kommnick: Uilleann Pipes (3, 4, 5, 6, 7, 9), Low Whistle (3, 4, 5, 6, 7, 8, 9), Tin
Whistle (3, 4, 9), Cello (5, 6, 7, 8, 9), Add. Acoustic Guitar (3, 9),
Vocals (9)
Siobhán Kennedy: Vocals (9)
Steve Unruh: Violin (3)

Tracklist:

1. Nur Ein Spiel (4:54)

2. The Beast Is Lurking (4:19)

3. Soulmate (5:29)

4. Where’s My Name (6:36)

5. Of Witches And A Pure Heart (9:40)

6. Calypso (5:08)

7. Red Beard (4:55)

8. Ein Stummer Schrei (8:00)

9. Das Goldene Königreich (The Virgin Queen) (9:18)

10. Wholeheartedly (3:33)

Nachfolgend könnt ihr euch gerne noch den aktuellen Clip anschauen:

Bestellen könnt ihr das Album unter:

www.gray-matters.de
melaniemaumartinschnella.bandcamp.com/

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