Livebericht: hubris. – Apolda, Martinskirche

Am 18.11.2021 fand in der Martinskirche in Apolda ein Konzert der besonderen Art statt, die Kombination „Lost Place“, Postrock und Kirche ist schon etwas ungewöhnlich und reizvoll zugleich. Die Martinskirche ist die älteste Kirche der Stadt Apolda. Sie wurde 1119 das erste Mal urkundlich erwähnt. Für Gottesdienste und kleine Konzerte nutzt die Kirchengemeinde den vorderen Teil der Kirche, die Martinskapelle. Die Martinskirche ist als Projekt „soziokulturelles Zentrum Martinskirche“ im Frühjahr 2021 zum IBA Projekt geworden. Das Kirchenschiff wird einer neuen Nutzung zugeführt werden. Das Projekt soll im Sommer 2023 abgeschlossen werden. Organisator Roberto Bergmann, empfing viele Besucher und erklärte was hier in der nächsten Zeit umgestaltet wird und wie die Kirche dann aussieht und genutzt wird. Ihm oblag es auch den Konzertabend mit einer kleinen Ansprache zu eröffnen.

Als Support für „hubris.“ startete das Trio „o graceful musing´s burden“ aus Chemnitz den Abend. Okay, Chemnitz ist nicht mehr ganz richtig, wohnen doch zwei der drei Bandmitglieder mittlerweile in Leipzig. Hatte mich im Vorfeld mal mit der Band beschäftigt und in diverse Sachen reingehört, aber die hier gespielten Stücke waren allesamt unbekannt. Kein Wunder, stammten die drei gespielten Song´s doch vom kommenden, noch nicht veröffentlichten Album „pirouettes“. Dieses soll noch dieses Jahr erscheinen und das wäre dann die bereits vierte Veröffentlichung von „omgb“.

o graceful musing´s burden:

Carsten (Gitarre)

Tobi (Bass)

Christoph (Schlagzeug)

Setlist:

i. à dos du rêve

ii. wirowanie

iii. comme le moi tomba sur un point au dehors du moi

hubris:

Nach eine kleinen Umbaupause waren jetzt die Schweizer „hubris.“ dran. Das aus Fribourg stammende Quintett startete mit zwei Stücken vom 2017 erschienenen Album „Apocryphal Gravity“. Schöner ruhiger Einstieg mit „Beyond Styx Pt.1“ sich immer weiter steigernd und übergehend in „Beyond Styx Pt.2“. Die beiden Stücke fließen flüssig und fein, mal mehr verspielt, mal mehr melancholisch, mal mehr energisch.

Wie der Bandname bereits nahelegt, beschäftigt sich das Quartett mit der griechischen Mythologie: Die Hybris, die Selbstüberschätzung in extremer Form, bildet die Grundlage für das Scheitern vieler Helden der antiken Sagen. Auf „Metempsychosis“ werden gleich sechs der bekanntesten Figuren musikalisch unter die Lupe genommen. Drei aktuelle Stücke, „Dedalus“, „Adonis“ und „Heracles“ folgten dann auch am Stück im Mittelteil des Abends. Beim ersten Stück „Dedalus“ gehören die enthaltenen Melodien zu den schönsten des Albums und machen den Song zu einem kleinen Höhepunkt, auch aufgrund der etwas kompakteren Spielzeit. Bei „Adonis“ wird es erst wieder merklich ruhiger, die warmen Gitarren erzeugen ein gewisses Ambient-Feeling. Man kommt bisschen ins träumen, aber nachdem über weite Strecken sehr wenig passiert, lässt die zweite Hälfte mit einem kraftvollen Riff aufhorchen. Auffällig ist die Verwendung von hallenden und nachhallenden Gitarrentönen, von denen wir reichlich bekommen, besonders in den ruhigeren Abschnitten der Kompositionen sowie in den ambient-orientierten Zwischenspielen, die ein weiteres charakteristisches Merkmal der Band sind. Besonders bei dem letzten Album.

Im letzten Teil noch einmal zwei Stücke vom „Apocryphal Gravity“-Album. „Doom Mons“ und als letztes Stück des Abends „Deimos To Phobos Pt.1“. Auffällig die Spielfreude der Band bis zum Schluss, sie genossen den Abend sichtlich der Funke sprang auch auf das Publikum über, und so waren die knapp 70 Minuten viel zu schnell vergangen …

Johnatan Hohl (Guitar)

Lucien Leclerc (Bass)

Matthieu Grillet (Guitar)

Nathan Gros (Drums)

Setlist:

Beyond Styx Pt. 1

Beyond Styx Pt. 2

Dedalus 

Adonis 

Heracles

Doom Mons 

Deimos to Phobos Pt. 1 

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