Review: Wired Ways – Wired Ways (2022)

Das am 9.9.2022 erscheinende Album „Wired Ways“ ist das Debüt des gleichnamigen Bandkollektivs aus Berlin und Hamburg. Ursprünglich konzipiert als reines Studioprojekt, haben Richard Schaeffer und Dennis Rux hier über 40 Musiker*innen vereint, um eine detailverliebte Platte als moderne Hommage an die späten 60er und frühen 70er Jahre zu kreieren. Das Resultat ist ein vielschichtiger, beatlesker Prog-Rock mit Elementen aus Pop-Art, Psychedelic und Weltmusik. Hinter eingängigen Melodien und imposanten Gesängen entfalten sich überraschende Wendungen und spannende Instrumentierungen, die den Hörer auf eine genussvolle Klangreise schicken.

Tracklist:

1. Ticket Tally Man

2. Peacock on The Highway

3. Lazy Daisy

4. Hanoi Tramway

5. Mosquitoes

6. Perpetuum Mobile

7. When The Doors Are Closed

8. Another Sad Man

9. Planet 9

Die Kernband auf diesen Aufnahmen besteht neben dem Multiinstrumentalisten Richard Schaeffer (u.a. The Jooles, Geneses, Purple Callas) und Produzent/Gitarrist Dennis Rux (u.a. Angels of Libra, Hamburg Spinners, Rhonda) auch aus den Sängern Jean-Michael Brinksmeier und Daniel Albertus Brouns, sowie Schlagzeuger Lucas Zacharias. Zur erweiterten Besetzung gehören renommierte Musiker wie Axel „Lexa“ Schäfer, Jan Stolterfoht, Sebastian Düwelt und Rocco Rossbach, die u.a. in Bands wie Stern Combo Meissen, Berlin Boogaloo und dem Baltic Soul Orchestra aktiv sind. Eine Auflistung aller Beteiligten ist am Ende des Beitrages zu entnehmen.

Von „Ticket Tally Man“ bis „Planet 9“ oder von Beatles bis Beach Boys, egal wie man es formuliert, dazwischen liegen weitere sieben hervorragende Tracks, die bunter und vielfältiger nicht sein können. Mit „Tickets Please“ beginnt der erste Song „Ticket Tally Man“ und wenn man eben dieses Ticket gelöst hat, kann man sich auf eine abwechslungsreiche musikalische Reise begeben, die verzückt und Lust auf mehr macht. Da kommt sofort gute Laune auf und man wippt schon mal mit, und ja, die Beatles lassen grüßen, aber ist ja auch nicht die schlechteste Referenz! Dennoch bringen Wired Ways viel eigenes in den ersten Song mit ein. Das zweite Stück „Peacock On The Highway“ groovt sofort los, Erinnerungen an die Doors kommen auf, und auch hier wieder ein großartiger Refrain, schönes Mellotron und Orgelspiel. „Lazy Daisy“ beginnt sehr balladesk, es sind Violinen zu hören und auch wenn ich mich wiederhole, großartige Refrains, und nach kurzem vokalen Zwischenspiel gibt es noch ein schönes Gitarrensolo hintendran. Mit asiatischen Klängen beginnt die „Hanoi Tram“ ihre Kreise zu ziehen, bevor in der Mitte des Albums mit „Mosquitos“ ein Stück beginnt, welches auch in jedem Italo-Western als Soundtrack funktionieren würde. Mit „Perpetuum Mobile“ wird das letzte Drittel eingeleitet, und beim „When The Doors Are Closed“ sind viele orchestrale Elemente vereint, ich finde eines der aufwendigsten Stücke auf dem Album, aber das wäre so ein typischer Abschlusssong für ein Konzert, da geht man mit der Melodie im Ohr nach Hause und ist zufrieden mit sich und der Welt … Mit „Another Sad Man“ beginnt kurz vor Schluss das vielleicht progressivste Stück des Albums bevor mit „Planet 9“ noch einmal die Beach Boys grüßen lassen. Aber wie gesagt, es ist ein Album für ENTDECKER, für Leute die nicht eingefahren sind, sondern offen für neues (altes)! Für mich ein Highlight in diesem Jahr, wäre noch interessant zu wissen, wenn man Neal Morse und Mike Portnoy das Album zuspielen würde, was die beiden davon halten, sind sie doch bekanntermaßen Fans von der Art Musik …

Das Artwork zur Platte ist ebenfalls ein Kunstwerk für sich und wurde vom Prog-Art-Künstler Frank Grabowski gemalt, der auch ein treuer Unterstützer des Projekts ist.

Der Livekern nach dem grandiosen Auftritt beim NOTP-Festival 2022

Wertung: 9 / 10

Alle beteiligten Musiker an dieser Veröffentlichung:

Jean-Michael Brinksmeier – Vocals
Richard Schaeffer – Vocals, Tubular Bells, Glockenspiel, Shaker, Tambourine, Ching Zills, Electric Bass, Electric Guitar, Electric 12-string Guitar, Sitar, Fender Rhodes, Hammond Organ, Celesta, Synths, Electronic Tanpura, Recorder, Vocal FX
Dennis Rux – Electric Guitar, Acoustic Western Guitar
Daniël Albertus Brouns – Vocals, Upright & Grand Piano, Hammond Organ, Mellotron
Lucas Zacharias – Drums, Orchestral Cymbals, Orchestral Bass Drum, Orchestral Shoer Room Toms, Thunder Sheet, Wind Machine, Tambourine, Large Gong
Andreas Oelker – Timpani
Rocco Rossbach – Congas, Bongos, Shaker, Tambourine, Vibraslap, Cowbell
Ravi Srinivasan – Tablas, Koshi Chimes
Axel Schäfer – Electric Bass, Pump Organ, Celesta
Jan Stolterfoht – Electric Guitar, Electric 12-String Guitar, Acoustic Western Guitar
Horst Lietz – Electric Guitar, Electric 12-String Guitar, Acoustic Western Guitar, Acoustic Nylon Guitar, Acoustic 12-String Western Guitar
Davide Russo – Acoustic Western Guitar
Arne Reichelt – Cello
Friedrich Paravicini – Cello
Winnie Kübart – Viola
Matthias Kieslich – Viola, Violin
Ricarda Sybille Borman – Violin
Stefanie Hölk – Violin
Lê Mạnh Hùng – Monochord Gourd Lute, Bamboo Flute
Trần Phương Hoa – Plucked Zither
Dàn Nhạc Hà Nội – Plucked Zither
Rainer Oleak – Dampened Upright Piano, Mellotron
Sebastian Düwelt – Plucked Grand Piano, Hammond Organ, Organ Bass, Clavinet
Chris Haertel – Wurlitzer, Hohner Electra
Rainer Scharf – Church Organ, Harpsichord
Matthias Trippner – Yamaha Electrone
Lisa Maria Schaeffer – Soviet Children’s Hurdy-Gurdy, Baby Talk, Laughter, Counting In, Bye-bye & Gibberish Singing
Tom Lang – Celesta
Andreas Günther – Vermona Synth, Siel Orchestra, Theremin, Telephone Replacement
Martin Zitzmann – Poly Moog
Joel Sarakula – Synths
Jonas Pietsch – Trumpet
Paul Santner – Flugelhorn
Max Hering – Tenor Saxophone
Michael Götte – Trombone
Oliver Fox – Piccolo Flute, Concert Flute, Clarinet
Yael Falik – Bassoon
David John Jaggs – Scouse Phone Call
Paul Herron – Ticket Tally Man
Dirk Sackhoff – Car Sounds
Udo Geist – Car Sounds
Michael Schönfeld – Corgoň

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