Livereport: Jane Getter Premonition – Bergkeller Reichenbach, 03.11.2022

Konzerte im Bergkeller Reichenbach sind immer etwas besonderes, aber wenn sich fünf hochkarätige Musiker angesagt haben, wird es zu einem Fest. So geschehen letzte Woche, als Jane Getter Premonition ihre „Anomalia Fall Europatournee“ starteten. Neben Jane Getter an der Gitarre und Gesang, standen so versierte Musiker wie Gitarrist Alex Skolnick, bekannt von Testament und Trans- Siberian Orchestra, der Keyboarder Adam Holzmann, vielen bekannt durch die Arbeit mit Steven Wilson und Miles Davis, sowie am Bass und Gesang Paul Frazier (David Byrne, Nile Rodgers und Chic) und der Drummer Matthias Bossi auf der Bühne im Bergkeller.

Die meisten von ihnen waren schon mal hier, in anderen Konstellationen, und kennen die Gegebenheiten und fühlen sich sehr wohl und freuen sich auf aufgeschlossene Fans. Anders lässt sich die entspannte, vor allem Nahbare, Atmosphäre auch nicht erklären.

Das Set bestand hauptsächlich aus Stücken von aktuellen Album „Anomalia“, aber auch aus Klassikern von Jane´s Repertoire sowie einer Coverversion von King Crimson. Eine schöne Mischung aus Rock, Jazz und Fusion. Aber es überwogen doch die rockigeren Song, teilweise sehr hart mit viel Wucht dargeboten, das kam schon sehr gut an. Jane Getter Premonition hat sich eine Nische an der Schnittstelle von Jazz, Rock, Metal und Singer-Songwriter geschaffen, indem sie Jane Getters „komplexe, anspruchsvolle und dynamische“ Kompositionen meisterhaft spielt. Auffällig war das hier Live viel improvisiert wird, teils jazzig, teils rockig neu interpretiert, als auf den Studioalben, im Livekontext wird eine andere Ausrichtung gesucht und gefunden.

Schon das Intro war etwas ungewöhnlich, begann der Abend gleich mit einem Schlagzeugsolo, welches dann in das instrumentale „Kryptone“ überging. Anfänglich gab es noch ein paar kleinere Probleme zu beheben, so funktionierten die Keyboards nicht richtig, was aber dann schnell behoben werden konnte. Adam spielte hier ein Korg SV-2 Piano, einen Korg Nautilus und ein Moog Sub 37. Nach weiteren Stücken vom aktuellem Album „Anomalia“ gab es dann das besagte King Crimson Cover „In The Court Of The Crimson King“ wobei der Text groß ausgedruckt neben der Setlist lag.

Zwischen den Songs machte Jane kurze Ansagen und erklärte wie der eine oder andere Titel entstand. Die progressive Gitarristin verzauberte das Publikum mit fesselnden Soli, abwechselnd mit Alex Skolnick, aber auch mit wunderschönen melodischen Linien und kraftvollen Texten. Den Gesang teilte sie sich mit Bassmann Paul Frazier.

Das Set war in zwei Teile gegliedert, im ersten dominierten Stücke vom aktuellen Album, im zweiten Teil nach einer kurzen Pause, gab es dann auch einige ältere Sachen zu hören. Besonders der letzte Track des Abends bleibt in Erinnerung, wurde hier noch mal alles geboten, was die Band so stark macht. Nach den Konzert war noch ausführlich Zeit sich mit den Musikern zu unterhalten und die eine oder andere Tonkonserve zu erwerben. Auf Wunsch natürlich auch signiert.

Leider steht die Qualität der gebotenen Musik im krassen Widerspruch zum Zuschauerzuspruch, der Bergkeller war zwar gut gefüllt, hätte aber sicher noch ein paar Fans mehr verdient, es gibt nicht oft die Gelegenheit so geniale Musiker aus nächster Nähe zu bestaunen … für die Anwesenden war es ein beeindruckender Abend!

Setlist:

Intro – Drum/Sound Effects

Kryptone

Lessons Learned

Alien

In The Court Of The Crimson King

Inversion Layer

End The Blame

Train Man

Pause:

Dissembler

Still Here

Answers

Good Luck WYM

Falling

Dance Of Maya

The Loop

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