,,Wer hat an der Uhr gedreht? Ist es wirklich schon so spät?“ Mit diesen Worten endeten einst die Folgen einer Zeichentrickserie im ARD-Fernsehen. Heute können wir die beiden Fragen mit einigem Erstaunen in der Stimme wieder stellen, denn unglaubliche fünfeinhalb Jahre ist es her, dass die Band um die Herren Nicholls und Holmes herum ihr letztes Album ,,Resistance“ an den Start gebracht hat. Und nun also ,,Dominion“. Bei der Bandbesetzung gab es keine Änderungen, wohl aber bei der Anzahl der Silberlinge, die die beiden Alben ausmachen. War ,,Resistance“ noch ein Doppelalbum, so liegt ,,Dominion“ solitär in der Hülle. Und das ist kein Nachteil!

Tracklist:
1. The Unknown Door (22:33)
2. One of Us (3:10)
3. No Dominion (6:25)
4. Far From Here (12:44)
5. Never Land (8:16)
Groß und mächtig, schicksalsträchtig – so schallt es bei IQ-Alben üblicherweise von Beginn an aus den Boxen. Nicht so jedoch bei ,,Dominion“. Das Auftaktstück ,,The Unknown Door“ beginnt instrumental-besinnlich und wird alsbald geadelt von Peter Nicholls klarem Gesang, der in den Ohren seiner Fans willkommen ist wie ein guter alter Freund. Das Stück lässt sich im Aufbau Zeit, was angesichts einer Laufzeit von knapp 23 Minuten höchst angemessen ist. Auch ohne Gitarrenwände baut sich eine Spannung auf, die einfach nur gekonnt präsentiert wird. Zur Mitte hin lässt Holmes dann aber doch Keyboard-Fanfaren von der Leine, die für IQ so typisch sind. Auch die Gitarren bekommen dann ihre Einsatzzeiten.
Von diesem musikalischen Höhepunkt führt ein Wechsel aus atmosphärischen und treibenden Melodien hin zum elegisch-besinnlichen Ende, an dem sich der musikalische Kreis schließt. Und so wirkt ,,The Unknown Door“ wie ein Album im Album, so rund und abwechslungsreich ist es komponiert. Nach solch einem Mammut-Werk tun IQ gut daran, das kurze und entspannte, von Nicholls‘ Gesang und einer Akustikgitarre dominierte ,,One of Us“ folgen zu lassen. Diesem schließt sich mit ,,No Dominion“ dann wieder ein orchestrales Werk an, das über die IQ-typische Schwere und Eleganz verfügt. Schwere wandelt sich in Düsternis und Dramatik in ,,Far From Here“, das innerhalb seiner fast 13 Minuten eine erstaunliche Metamorphose zu einem atmosphärischen Finale hinlegt, das vom abschließenden ,,Never Land“ grandios aufgenommen wird und zu einem wunderschön-harmonischen Ende führt. Und somit kann man festhalten, dass sich das lange Warten auf dieses Album voll und ganz gelohnt hat!
Im Fazit ist ,,Dominion“ ein großes Werk In der nun schon 44-jährigen Bandgeschichte der Briten, das sowohl in seinen einzelnen Bestandteilen als auch in seiner Gesamtheit ein organisches Ganzes ergibt.