Review: Adekaem – Pictures From Sierra Morena (2025)

Neues von unseren östlichen Nachbarn: die polnische Band The Adekaem hat Ende Februar ihr bereits fünftes Album ,,Pictures from Sierra Morena“ veröffentlicht. Diese Band wurde im Jahr 2013 in Tychy in Schlesien gegründet und nach den Anfangsbuchstaben der Vornamen der damals noch vier Bandmitglieder benannt (RPWL lässt schön grüßen). Zwischenzeitlich auf ein Duo abgemagert, ist die heutige Zusammensetzung etwas ungewöhnlich. Neben dem Keyboarder Andrzej Bialas und dem Gitarristen Krzysztof Wala wird als festes Bandmitglied nur noch Jakub Basoń genannt, der nicht singt und auch kein Instrument spielt, sondern textet und sich am Abmischen beteiligt. Alle weiteren Musiker (Sänger, Bassist, Schlagwerker) wurden als Gäste angeheuert. Der Name des Albums geht zurück auf einen Roman des polnischen Schriftstellers Jan Nepomucen Graf Potocki, der die Geschichte eines Mannes erzählt, der in der Sierra Morena, einem spanischen Mittelgebirge, umher wandert.

Tracklist:

1. Pictures from Sierra Morena (12:48)

2. The Sea (7:32)

3. Wrath (8:36)

4. Lady of the Glade (12:37)

5. By the Barrow (6:20)

Die Band sieht sich selbst vom Progressive und Psychedelic Rock der 70er und 80er Jahre inspiriert. Und so überrascht es nicht, dass ,,Pictures from Sierra Morena“ musikalisch ausladend beginnt. Viel Keys, viel Wohlklang, viel langflorige Klangteppiche, wenig Gesang. Dafür aber viel Zeit, denn das als Opener fungierende Titelstück ,,Pictures from Sierra Morena“ bringt es gleich auf stolze 13 mMinuten Laufzeit. Trotz vereinzelter Rhythmuswechsel zeigt es gleich schon Stärke wie Schwäche dieses Albums: hier wird gleichzeitig viel Balsam für die Ohren und ein wenig zuviel Baldrian für die Nerven geboten. Tempo kommt erst im folgenden ,,The Sea“ in die Sache, ohne das Melodische zu vernachlässigen. Auf ,,Wrath“ darf auch die E-Gitarre prominente Spielzeit einheimsen, sogar eine gewisse Härte kommt auf und abwechslungsreich ist das Stück damit allemal. Die ,,Lady of the Glade“ verteilt über 12½ Minuten Wattebäuschchen für die Ohren und lässt den Hörer in einen weichen Klangteppich sinken, der gut tut. Nie war 70er-/80er-Jahre-Prog so neo wie hier! Auch die abschließende Ballade ,,By the Barrow“ bricht aus dem vorgelegten Muster nicht aus und beendet dieses Album eher besinnlich. Erwähnenswert ist noch das Booklet und die mit überschäumender Fantasie gestalteten Bilder von Krzysztof Żyngiel, der auch für das Cover verantwortlich zeichnet.

Im Fazit ist ,,Pictures from Sierra Morena“ ein entspanntes und entspannendes Album, dem jedoch die Höhepunkte fehlen und dem etwas mehr Biss gut zu Gesicht gestanden hätte.

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