2017, 2019, 2021, 2023, 2025 – an den Erscheinungsdaten der Alben der britischen Band The Emerald Dawn aus dem schönen Cornwall kann man den Kalender ausrichten (ihr Debütalbum bildet mit dem Jahr 2014 den einzigen zeitlichen Ausreißer). Auch sonst ist Verlässlichkeit Trumpf bei der Smaragd-Dämmerung auf ihrem neuen Werk „The Land, The Sea, The Air“: dieselbe Besetzung wie bei allen Alben seit 2019, alle Stücke Gemeinschaftswerke der vier Bandmitglieder und die Texte aus der Feder von Gitarrist/Saxophonist/Keyboarder Alan Brian Carter (beim Vorgänger-Werk „In Time“ durfte Front-Frau Katrina Jane Stewart einmal die Textfeder führen). Und das neue Werk liefert uns eine Botschaft, die es in sich hat.

Tracklist
1. Dancing With The Spirit (5:50)
2. Under Changing Skies (16:50)
i. Floating Clouds
ii. Industry
iii. Flight
iv. The Reckoning
3. While Oceans Die (13:57)
i. At The Coast In Early Morning Light
ii. On The High Seas
iii. An Evening Storm
iv. Night Approaches
4. And We’re Left Wondering Why (9:17)
Der Name des Labels, bei dem Alben von The Emerald Dawn erscheinen, deutet auf eher ernste Themen hin: World’s End Records. Und richtig: Auf „The Land, The Sea, The Air“ nehmen sich die Vier textlich der Zerstörung unserer Umwelt durch den Menschen an. Ist der Auftakt „Dancing With The Spirit“ noch unschuldig instrumental, so dreht es sich in den restlichen drei Stücken um die Unfähigkeit und den Unwillen, die Zerstörung zur Kenntnis zu nehmen. Da werden der Menschheit insbesondere auf „And We’re Left Wondering Why …“ die Leviten gelesen und dies mit einem musikalischen Unterbau, den die Band als „Eclectic/Symphonic Progressive Rock“ bezeichnet, womit sie gar nicht einmal so falsch liegt. Wie gewohnt kommt die Musik elegisch-komplex aus den Boxen, lässt sich Zeit für all die Worte, die nicht ausgesprochen werden, nimmt die feenhafte Stimme von Frau Stewart, die sich mit künstlerischem Vornamen Tree nennt, den Hörer in ihren Bann, brilliert Herr Carter, der sich künstlerisch Ally nennt, ein ums andere Mal mit seinem Gitarren- und Saxophon-Spiel und sind Bass- und Schlagzeugeinsatz ebenso gewohnt zurückhaltend wie dem musikalischen Gesamteindruck dienlich.
Auch die Covergestaltung, von Tree Stewart persönlich vorgenommen, bewegt sich auf dem Niveau der letzen Alben. Allein – damit sind Überraschungseffekte gegenüber den Vorgängerwerken rar gesät. Nicht, dass die Musik auf „The Land, The Sea, The Air“ anspruchslos oder gar schlecht wäre – sie ist einfach sehr vorhersehbar für all jene, die sich im Werk von The Emerald Dawn auskennen. All denjenigen, die diese Band vorher nicht kannten, ist „The Land, The Sea, The Air“ hingegen unbedingt zu empfehlen.
Im Fazit wandeln The Emerald Dawn auch mit ihrem neuen Werk „The Land, The Sea, The Air“ trittsicher auf eigenen Pfaden, die selbst für das vielschichtige Genre des Progressive Rock als ungewöhnlich bezeichnet werden können.
Band

Tree Stewart: Vocals, Keyboards, Flute, 12-String Acoustic Guitar, HandSonic
Ally Carter: Soprano, Alto & Tenor Saxophones, Electric Guitar, Keyboards
David Greenaway: 6-String Fretless & Fretted Bass Guitar, Electric Upright Bass
Tom Jackson: Drums
Cover: Katrina Jane Stewart / Label: World’s End Records
