Review: Red Sand – The Sound of Silence (2025)

Das im September erschienene Album „The Sound Of Silence“ ist bereits das zwölfte der 2003 im kanadischen Québec gegründeten Band Red Sand. Immer etwas im Schatten ihrer Landsleute von Mystery stehend (so hat zum Beispiel Mystery im Gegensatz zu Red Sand einen Wikipedia-Eintrag), haben sie letztes Jahr einen Wechsel an prominenter Position hinnehmen müssen. So verließ der langjährige Sänger und Frontmann Steff die Band und wurde durch Michel Renauld ersetzt, was aber den Veröffentlichungsfleiß von Red Sand nicht stoppte. Denn immer noch an Bord ist Herz und Hirn dieser Formation, der Komponist, Produzent, Gitarrist, Bassist, Pianist und Keyboarder der Band, Simon Caron. Und so ist es kein Wunder, dass auch das neue Album wie seine Vorgänger unter der Flagge des NeoProg segelt. Abgemischt wurde dieses übrigens von Mystery-Gitarrist Michel St. Père, was darauf hindeutet, dass man sich gegenseitig hilft in der kanadischen Provinz Québec.

Tracklist

1. Puzzle (3:24)

2. Lost Fantasy (We Love) (5:55)

3. The Sound Of Silence Part 1 (3:30)

4. Watcher (6:03)

5. The Sound Of Silence Part 2 (2:10)

6. The Last Voice (18:35)

7. The Best (4:13)

„The Sound Of Silence“, das übrigens an keiner Stelle an Simon and Garfunkel erinnert, eröffnet instrumental und keyboardgeschwängert. Gesang setzt erst mit dem zweiten Stück „Lost Fantasy (We Love)“ ein. Michel Renaulds Stimme klingt weich und angenehm, sodass es schon etwas verwundert, dass er einmal in einer Marillion-Fish-Ära-Coverband gesungen hat. Die Musik hier ist elegisch und getragen, dabei durchaus abwechslungsreich. Dies setzt sich fort mit dem instrumentalen Part 1 des Titelstücks. Mitunter klingt dieses jedoch etwas betulich. Glücklicherweise geht auf dem folgenden „Watcher“ nach eher poppigem Auftakt die Post ab, jedoch statt proggig eher stakkato-haft in verschärftem Country-Rhythmus, was man im Genre Prog auch nicht alle Tage hört. Nach dem etwas behäbigen instrumentalen Part 2 des Titelstücks schließt sich das markanteste Stück des Albums an, das knapp 19-minütige „The Last Voice“. Dieses überrascht mit einer Vielzahl von teilweise abrupten Rhythmuswechseln, packenden Gitarren-Riffs, ausladendem Keyboardspiel und halsbrecherischen Vokal-Passagen. Hier zeigt sich die Qualität von Simon Caron als vorzüglichem Songwriter, denn das Wechselspiel zwischen Bremse und Gaspedal klappt prächtig. Das abschließende „The Best“ macht seinem Namen zwar keine Ehre, ist aber mit seinen harmonischen Gitarrenklängen durchaus anhörbar.

Im Fazit lebt „The Sound Of Silence“ von drei sehr ordentlichen Anker-Stücken („Lost Fantasy (We Love)“, „Watcher“, „The Last Voice“), der Rest ist eher Staffage. Damit ergibt sich ein uneinheitliches Bild. Sollten sich Red Sand künftig auf ihre besseren Stücke konzentrieren, so sind sie herzlich in meinem CD-Player willkommen.

Red Sand sind:

Michel Renauld: Vocals

Perry Angelillo: Drums

Simon Caron: Guitars, Bass, Piano, Keyboards

Cover-Bild: Guy Campeau | Artwork: Natacha Lebrun | Label: SPBN Music

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