Review: exo-X-xeno – Luminous Voyage (2025)

Klappern gehört zum Handwerk. Also lassen wir exo-X-xeno selbst klappern. Ihr musikalisches Ziel bezeichnet die vierköpfige Band auf ihrer Homepage so: „exo-X-xeno ist eine Gruppe, die sich der Musikalität und der Gestaltung abenteuerlicher, konzeptioneller Kompositionen zu verschmolzenen Klangteppichen des Progressive Rock widmet.“ Sie möchten „anspruchsvolle, experimentelle, erhabene und dennoch zugängliche Kunstwerke für die Menschheit“ schaffen. Über einen Mangel an Selbstbewusstsein scheinen die Herren also nicht zu verfügen und experimentell ist zumindest schon einmal ihr Bandname. Gegründet im Jahr 2021 von dem US-Amerikaner Craig Maher, der hierfür alle Worte und Noten zu Papier gebracht hat, ist „Luminous Voyage“ ihr Debüt-Album. Mahers Mitstreiter sind ebenso wie er schon länger im Rock-Zirkus unterwegs und können dabei auf Einsätze bei so prestigeträchtigen Namen wie Yes, Asia oder Toto zurück blicken. Und so stellt sich die Frage, ob die auf ihrer Homepage enthaltenen Aussagen auf „Luminous Voyage“ zutreffen.

Tracklist

1. The Event Horizon (3:42)
2. Vitruvian Man (6:54)
3. At The Water’s Edge (2:35)
4. Onward, Love (5:08)
5. Reaching For Beyond (5:54)
6. Into The Night (5:53)
7. Live Life (5:43)

Um die Frage der Zugänglichkeit gleich zu Beginn abzufrühstücken: die sieben Stücke auf dem mit 36 Minuten Laufzeit eher kurzen Album sind sehr zugänglich. Sie atmen die Luft der oben genannten Bands, was grundsätzlich kein Nachteil ist. Das eröffnende „The Event Horizon“ ist rein instrumental, startet düster-bedrohlich, um dann Fahrt aufzunehmen. Die verschiedenen Instrumente stehen abwechselnd im Vordergrund, was viel Gutes im Folgenden erwarten lässt. Das nachfolgende „Vitruvian Man“ basiert im Titel auf dem idealisierten Bild des Menschen, so wie ihn einst Leonardo da Vinci zu Papier brachte. Musikalisch ist es vom Rock der frühen 80er Jahre beeinflusst und liefert großes Kino für die Ohren. Sehr passend hierzu klingt die Stimme von Mastermind Craig Maher, die klanglich irgendwo zwischen Ion Anderson von Yes und Tommy Shaw von Styx zu verorten ist. War „Vitruvian Man“ voluminös, so ist das sich anschließende „At the Water’s Edge“ stark reduziert. Instrumental, von einer Akustikgitarre getragen, klingt es einfach nur besinnlich schön.

Dieses Niveau können exo-X-xeno aber leider nicht über das gesamte Album halten. „Onward, Love“ ist eher simpel gestrickter AOR und textlich klebrig süß. Apropos textlich: die Texte warten immer wieder mit zahlreichen Wiederholungen auf, was nicht unbedingt zu den selbstgewählten Vokabeln „experimentell“ und „erhaben“ passt, von „abenteuerlich“ mal ganz zu schweigen (s.o.). Musikalisch besser geht da schon „Reaching For Beyond“ ab, das mit vorzüglichen Gitarrensoli aufwartet. Nach dem rockig eröffnenden „Into The Night“, das danach einige passable Gitarrenpartien ausbreitet, schließt „Live Life“ das Album durch flotten AOR und sehr ordentlichen Gesang versöhnlich ab.

Im Fazit ist die „Leuchtende Reise“ (so die deutsche Übersetzung des Albumtitels) ein Werk, das die von exo-X-xeno selbst aufgelegte Latte nicht überspringt. Sieht man jedoch einmal von dieser Selbstüber-, pardon, Selbsteinschätzung ab, liefert das Album in weiten Teilen eine durchaus überzeugende Mischung aus AOR und Artrock.

Musiker

Craig Maher: Guitars, Vocals
Billy Sherwood: Bass, Vocals
Patrick Moraz: Keyboards
Jay Schellen: Drums

Packaging Design: Craig Maher / Label: Shine-ON Records

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