Review: Chimpan A – Music Is Art Vol.1 (2025)

Robert Reed muss man hier sicherlich niemandem mehr vorstellen. Der umtriebige Waliser hat bereits im August zusammen mit dem walisischen Sänger und Songwriter Steve Balsamo ein weiteres Album (das dritte) im Rahmen ihres gemeinsamen Projektes Chimpan A unter dem Titel „Music Is Art Vol. 1“ unters Volk gebracht. Diesmal ist es sogar ein Doppel-Album geworden. Hierfür haben sie eine illustre Schar von Musikern an Bord geholt. So lassen die Reed-bekannten Sängerinnen Christina Booth und Angharad Brinn ihre Stimmen ebenso erschallen wie die gleichermaßen walisische Sängerin Kirstie Roberts die ihre.

Überhaupt Stimmen: neben Sänger Balsamo sind noch zwei Erzähler zu hören, von denen Richard Mylan bisher im schauspielernden Gewerbe tätig war. So weit, so ungewöhnlich. Ungewöhnlich ist auch, dass Reed und Balsamo zwar auf dem Innenteil des Covers abgelichtet sind, bei der Angabe der Musiker aber nicht genannt werden. Dafür, dass sie trotzdem mitgespielt bzw. mitgesungen haben, muss man jedoch kein Hellhörer sein …

Tracklist

CD 1

1. Wolves (5:53)

2. I Will Wait For You (10:05)

3. Saviour (3:54)

4. Karl’s Song (3:49)

5. Skeletons (4:02)

6. Anybody Out There? (7:46)

7. SORTER I: The Keeper (10:33)

8. SORTER II: Invisible People (6:29)

9. SORTER III: Dreaming Will Kill Us Dead (10:14)

CD 2

1. Here Comes The Flood (4:23)

2. The Air That I Breathe (4:09)

3. Wichita Lineman (4:14)

4. Every 1’s A Winner (3:19)

5. The Secret Wish (3:37)

6. Smackwater Jack (3:41)

7. Skeletons (Candlelight Mix) (3:56)

8. Saviour (Ged & Guy Mix) (4:09)

9. Dreaming Will Kill Us Dead (Candlelight Remix) (6:12)

10. The Air That I Breathe (Cronenberg Mix) (6:15)

11. Wichita Lineman (Live Performance) (4:08)

Was die beiden walisischen Matadoren auf „Music Is Art Vol. 1“ präsentieren, ist nicht zwingend mit der Überschrift „Progressive Rock“ zu versehen, „Art-Pop“ trifft es eher. Das muss aber kein Nachteil sein, wie die Beiden auf der ersten CD dieses Doppel-Albums beweisen. Eingängig in allen zehn Fällen, überzeugen hier insbesondere die Stimmen. Christina Booth hat ja schon so manches Magenta-Album veredelt und Angharad Brinn trug zum Wohlklang bei Cyan bei, zusätzlich bringt hier Kirstie Roberts ihre soulig-jazzige Röhre zu Gehör.

Besonders beeindruckend sind jedoch die gesprochenen Erzähler-Passagen in „Wolves“, „I Will Wait For You“ und „Anybody Out There?“, die von mit viel Liebe zum Detail komponierten Rhythmen unterlegt sind. Rockiges kommt hier nur in Spuren („Saviour“) vor, häufiger anzutreffen sind lounge-jazzige Passagen. Hier ist besonders das achte Stück „The Keeper“ zu erwähnen, das sogar mit einem orchestral-dramatischen Auftakt aufwartet. Und mit „Invisible People“ nähern sich Chimpan A sogar Tears For Fears zu deren alten Zeiten an. Für Abwechslung ist also gesorgt und für Wohlklang ebenfalls. Zumindest auf der ersten Scheibe.

Die zweite CD enthält Cover-Versionen von bekannten Stücken, allen voran „Here Comes The Flood“. Das hört sich ganz nett an, was sich aber am intensivsten in den Gehörgang schleicht ist das Vermissen von Gabriels erdiger Stimme. Und ob man hier die Cover-Version von Hot Chocolate`s „Every 1`s A Winner“ hören will, ist schon fast keine Frage mehr. Allein beim fünften Stück „The Secret Wish“ merkt man auf, denn der Auftakt ist „Tubular Bells“ von Mike Oldfield pur (er wird auch als Co-Autor genannt). Die Hoffnung, hier etwas ebenso angenehm Bekanntes wie Neues zu hören, stirbt allerdings nach kurzen 12 Sekunden, da das Stück anschließend in eine poppig-banale Richtung abbiegt. Auch die sich anschließenden Mix-Versionen von verschiedenen Stücken der ersten CD bringen nichts substanziell Neues.

Im Fazit beweisen Chimpan A auf der ersten Scheibe ihres Albums „Music Is Art Vol. 1“, dass anspruchsvolle Musik nicht allein im Prog-Kosmos angesiedelt sein muss und trotzdem spannend und abwechslungsreich sein kann. Mit der zweiten Scheibe beweisen sie, dass zwei CDs manchmal eine zu viel sein können.

Musiker

Steve Balsamo: Vocals

Robert Reed: Keyboards, Guitars, Bass, Drum, Programming

Gastmusiker

Nigel Hopkins: Orchestration

Kirsteie Roberts: Vocals

Christina Booth: Vocals

Angharad Brinn: Vocals

Ged Lynch: Drums

Guy Bratt: Bass Guitar

Neil Fairclough: Bass Guitar

Neil Taylor: Guitar

Francis Dunnery: Guitar

Tony Dallas: Spoken Word

Richard Mylan: Spoken Word

Cover: Kirsten McTernan | Label: Tigermoth Records

Please follow and like us:
Facebook
Instagram
TWITTER
YOUTUBE
Copyright © 2026 | STONE PROG | Die Welt des Progressive Rock