Review: Dawnation – The Mad Behind

Neubrandenburg ist für Europas besterhaltene Stadtbefestigung der Backsteingotik, ihre Veranstaltungs- und Kulturlandschaft samt Konzertkirche und Neubrandenburger Philharmonie, als Sportstadt und für den zentrumsnahen Tollensesee in der Urlaubsregion Mecklenburger Seenland bekannt.  Wegen der markanten vier mittelalterlichen Stadttore trägt Neubrandenburg seit 2019 offiziell den Namenszusatz „Vier-Tore-Stadt“. Und was hat das jetzt mit Musik zu tun … sehr viel … aus eben dieser Stadt machen sich „Dawnation“ auf, mit ihrem Debütalbum „The Mad Behind“, ein weiterer Farbtupfer in der Welt des Progressive Rock zu sein. „Debüt“ ist nicht ganz richtig, sind die Musiker doch schon in diversen anderen Bands beschäftigt gewesen, so etwa in der Vorgängerband „Glistening Dawn“.

Tracklist:

1. Don´t Bother Me
2. Behind The Mad
3. The Hypocrite
4. Cheap Pills
5. Lovely Child
6. Far Away
7. Mr. Trumpet (CD Bonus Track)
8. The Hypocrite (Radio Edit, CD Bonus Track)

Band:

Clemens Reichard – Drums

Jan Mecklenburg – Lead Vocals, Percussion

Robert Reich – Bass

Christoph Piel – Guitars, Vocals

Bert Wenndorff – Keyboards, Vocals

als Gast: Torsten Harder – Cello

Noch paar Sätze zur Story von „Dawnation“. Ende 1997 gründeten fünf Studenten aus Neubrandenburg eine Band, die sich ab 1998 „Glistening Dawn“ nannte. Die Stammbesetzung der Band waren Jan Mecklenburg (voc), Christoph Piel (git), Bert Wenndorff (keys) und Marcus Unverricht (dr). Außerdem dabei waren Volker Mattausch (b – 1998), Martin Holfter (b – 1998-2002) und Georg Saßnowski (b – 2002-2004). Erst als klassische Coverband unterwegs, wurde im Laufe der Zeit der Fokus aber besonders auf Eigenkompositionen gelegt, es wurden 3 Alben produziert, bevor dann 2004 Schluss war.

Bert Wenndorff kehrte 2014 nach sechs Jahren in Berlin zurück nach Neubrandenburg. Im Frühjahr 2017 trafen sich Gitarrist Christoph Piel, Sänger Jan Mecklenburg und Bert Wenndorff erstmals nach 12 Jahren um über eine mögliche „Glistening Dawn“ Reunion zu sprechen. Schnell einigte man sich und traf sich, um an ausschließlich neuem Material zu arbeiten. Dies basierte zum Teil auf unfertigen Ideen aus alter Zeit, zwischenzeitlich aufgenommenen individuellen Demos, aber auch völlig neuem. Es fehlte nur noch die Rythmussektion, hier wurde man aber mit Clemens Reichard als neuen Drummer und Robert Reich, ehemaliger Bassmann der Deutschpopband MOHNBLAU fündig. Besonders durch den Einfluss der beiden Neuzugänge wurde schnell klar, dass auch ein neuer Bandname gefunden werden mußte, zumal kein einziger Song aus der GD Zeit wieder aufgenommen werden sollte. So war 2018 „Dawnation“ gegründet.

Was erwartet den Hörer beim neuen Album „The Mad Behind“. Hardrock, Progressive Rock, Pop, Soul oder Metal? Von allem etwas, allerdings derart gut vermischt, das es eine wahre Freude ist das Album zu entdecken … der Opener „Don´t Bother Me“ ist noch eine echte klassische Hardrocknummer, doch schon beim zweiten Stück „Behind The Mad“ fängt das Progherz schneller an zu klopfen. Eine richtig gute Nummer, im feinsten Neoproggewand, vom Aufbau her erinnert mich das Stück ein wenig an Arena´s Solomon. Besonders der schnell gespielte Mittelteil mit abwechselnden Gitarren und Keyboards, dazu die gefühlvoll gespielte Melodie Eingangs und am Ende des Song´s. Ein erstes Highlight!

Weiter geht es mit „The Hypocrite“, rockiger kurzer Einstieg, kleine Überleitung mit akustischer Gitarre zu einem sehr luftigen Stück, mit einem Ohrwurmverdächtigen Refrain, was eine MELODIE! … bis das Stück abrupt abbricht, düstere Cellotöne sind zu vernehmen und der Song nimmt mal so richtig Fahrt auf … um zum Ende hin nochmal dieses hochmelodische Eingangsthema aufzunehmen. Für mich ein Paradebeispiel wie man verschiedene Stilrichtungen in Einklang bringen kann. „Cheap Pills“ ist das nächste Stück, klassische Themen leiten den Song ein, eine schöne Midtempo- Nummer, wieder schöner melodischer Refrain … im Song gibt es ein bisschen Led Zeppelin wiederzuentdecken!

„Lovely Child“ vereint auch wieder viele Facetten in sich, ruhiger Beginn, sich immer weiter Aufbauend, tolle Soli, einige Melodien sind unverkennbar, wer kann sich noch an den Film „Das Boot“ erinnern … ja genau, sehr schön im Stück integriert. Bei der Vinylausgabe ist mit dem nächsten Stück „Far Away“ dann Schluss, hier würde ich noch das schöne Gitarrensolo am Ende herausstellen. Sänger Jan Mecklenburg gefällt mir durch ein vielfältiges Reportoire, bei einigen Bands ja oft der Knackpunkt, hier nicht. Auf der CD Version gibt es zum Schluss noch zwei Bonustrack´s zum einen „Mr.Trumpet“, fast schon soulige Nummer, groovt schön und einen Radiomix vom hervorragenden „The Hypocrite“.

Fazit: Schönes, abwechslungsreiches Album, was sicher noch viele andere Musikfans ansprechen wird, ich hoffe das die Band am Ball bleibt, und kann mir die Truppe durchaus auch mal Live auf Konzert oder Festivalbühnen vorstellen, schön wäre es …

Wertung ( 8.5 / 10 )

Order: www.dawnation-band.de

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