Review: Blank Manuskript – A Live Document (2023)

Am 14.04. 2023 wurde das schon länger angekündigte Livealbum von Blank Manuskript veröffentlicht. Das Album beinhaltet Ausschnitte aus allen bisherigen Alben und hat eine Spieldauer von knapp unter 80 Minuten. Das Cover stammt, wie immer, von Philip Reitsperger (Identity Lab), mit dem die Band nun bereits seit über 15 Jahren zusammenarbeitet. Es beinhaltet stimmige Fotografien einiger markanter Live-Kostüm-Elemente und auch ein Poster mit Live-Fotos aus der ARGEkultur in Salzburg sowie ein beidseitig aufklappbares Digipack-Booklet. Somit sind auf diesem Album erstmals auch die langjährigen Kostümdesign-Damen Lena Kalt und Linda Hofmann verewigt, die auch seit über 10 Jahren (damals noch Studentinnen am Mozarteum) ein wichtiger Teil des Teams um Blank Manuskript sind.

Tracklist:

1. Foetus (2:26)
2. Public Enemy (5:39)
3. The Cult of Birdman (16:30)
4. Twilight Peak (12:06)
5. After the War Part I (2:10)
6. After the War Part II (8:11)
7. The Last Journey (5:06)
8. Silent Departure (4:08)
9. Shared Isolation (11:53)
10. Alone at the Institution (9:41)

Die Aufnahmen des Albums stammen von 3 wichtigen Auftritten der Band im Jahr 2022. ARGEkultur Salzburg, Woodstock Forever in Waffenrod sowie der umjubelte Gig bei der Night of the Prog auf dem legendären Felsen hoch oben über dem Rhein. Alle Konzerte wurden mit dem selben Tontechniker, Jakob Guggenberger (Show2Go) gefahren und dadurch wurde auch die gleiche Technik verwendet, was einen Zusammenschnitt dieser Konzerte sehr gut möglich machte und die Band hat dabei sehr penibel auf die Auswahl der Stücke geachtet, so daß der stimmige Konzert-Bogen nicht verloren geht. Gemixt wurde die Sache von Hannes Plattmeier in den Ashfield Street Studios London.

“A Live Document” eignet sich hervorragend für Neueinsteiger, die die Band noch nicht lange kennen, bietet sie doch ein beeindruckendes Dokument über die bisherige Schaffensphase der Österreicher. Für Fans auch nicht uninteressant, weil Live wurden einige Stücke teilweise abgeändert, beziehungsweise werden die Solis auch anders dargeboten, was auch wieder gut ist, entdeckt man doch ganz andere Nuancen beim hören. So zum Beispiel bei “Twilight Peak”, welches im Original fast 16 Minuten lang ist, wurde um über 4 Minuten eingekürzt ohne die wesentlichen Merkmale des Song zu verlieren. Nicht unwesentlich sicher auch, das man auf Festivalbühnen nur eine begrenzte Spielzeit hat. Bei “After The War Pt.2” gibt es auf der Studioplatte zwei Gitarrensolos zum Schluss, Live spielt Peter Baxrainer nur noch das erste und das zweite Solo hintenraus wird von Jacob Widerin mit dem Saxophon gespielt. “The Cult of Birdman”, ein großer Favorit vieler Fans, wird auch etwas verändert dargeboten, das reine Schlagzeugzwischenstück wurde durch ein kleines Battle mit Schlagzeug und Saxophon ersetzt. Am Rande vom Artrockfestival konnte ich mit Alfons Wohlmuth sprechen und er bestätigte mir die Veränderungen. Das hat auch einen ganz simplen Hintergrund, man bleibt durch die, wenn auch nur kleinen Veränderungen, frisch im Kopf und erhält sich den Spaß am spielen. Insgesamt ein sehr spannendes Livedokument, was eigentlich in jede gute Progressive Rock Sammlung gehört. Ja richtig, Progressive Rock, den das spielen die Jungs mit viel Herzblut, Können, Virtuosität und dem nötigen Spaß und verstehen es dabei das Publikum nach wenigen Minuten einzufangen und in ihren Bann zu ziehen. Reichenbach hat es am Wochenende wieder erlebt.

Nachdem der Schlagzeuger Jakob Sigl nach 10 Jahren die Band aus Zeitgründen leider verlassen hatte, hat die Band entschieden ihm dieses Werk zu widmen und diese sehr fruchtbare Zeit als Dokument festzuhalten.

Lineup:

Peter Baxrainer / electric, classical & acoustic guitars, recorder, vocals
Jakob Sigl / drums & percussion, tape, vocals
Jakob Widerin / saxophone, flute, electric guitar, percussion, vocals
Dominik Wallner / electric organ, electric piano, synthesizers, vocals
Alfons Wohlmuth / electric bass & upright basses, flute, vocals

Bilderbogen Night Of The Prog 2022

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