Review: Sammary – The Deer Pants For Flowing Streams (2025)

Wer Sammary sagt, meint Sammy Wahlandt. Mit erstaunlicher Kreativitätsgeschwindigkeit hat dieser junge Komponist, Texter, Drummer, Keyboarder und Gitarrist aus dem hessischen Flörsheim nach 2022 und 2023 nun schon sein drittes Werk namens „The Deer Pants For Flowing Streams“ an den Start gebracht und Progressive Promotion Records-Chef Oli Wenzler hat dafür gesorgt, dass es einer hoffentlich weiter wachsenden Öffentlichkeit zugänglich ist. Mit im Boot sind einmal mehr Sängerin Stella Inderwiesen, Sammys Vater Joerg Wahlandt an der Gitarre und Bassist Julius Stapenhorst, alle anderen Musiker sind neu an Bord. Besonders zu erwähnen sind der umtriebige Randy McStine (Gitarre) und Pure Reason Revolution-Frontmann Jon Courtney (Gesang), die auf drei bzw. einem Stück ihren Gastbeitrag zum Gelingen leisten.

Tracklist

1. Mother (3:00)

2. The Deer Pants For Flowing Streams (6:48)

3. Kyrie (4:09)

4. Wasser (6:35)

5. Lullaby (6:16)

6. Sanctuary (3:48)

7. Will-O’-The Whisp (6:21)

8. Drinking Water (4:24)

Textlich basiert „The Deer Pants for Flowing Streams“ auf der Tragödie „Faust“ von Johann Wolfgang Goethe. Hier wird also literarisch ins oberste Fach gegriffen. Und um es gleich vorweg zu nehmen: die musikalische Umsetzung bewegt sich mit der textlichen absolut auf Augenhöhe. Was hier in 42 Minuten geboten wird, ist ArtRock auf höchster Ebene. Dabei sticht die wunderbare Stimme von Stella Inderwiesen stärker ins Ohr als bei den vorherigen Werken. Gleichermaßen ausdrucksstark wie fragil – da muss man lange suchen, um ähnliche Gesangsdarbietungen im Progressive Rock zu finden. Der Opener „Mother“ deutet bereits an, in welche Richtung die Reise hier geht, nämlich durch atmosphärischen ArtRock. Bei den akzentuierten Gitarrenparts scheinen die Lautsprecher kilometertief zu sein. Dies setzt sich fort auf dem anschließenden Titelstück, das daneben mit klangvollen, immer aber melodischen Gitarrenwänden aufwartet. Hier ist es, dass Jon Courtney in der zweiten Hälfte den Gesangspart dominiert und in einem Duett mit Stella Intveen zu hören ist.

Mächtig gewaltig kommt „Kyrie“ aus den Boxen und trägt den Hörer auf wunderbaren Gitarrenteppichen hinfort. Das vierte Stück „Wasser“ wartet als einziges dieses Albums mit Gesang in deutscher Sprache auf. Hier (ebenso wie im im folgenden „Lullaby“) steuert Randy McStine Gitarrenparts bei, mit denen pures Edelmetall ausgepackt wird. Vor allen Dingen der Wechsel zwischen atmosphärischen Vokal- und mächtigen Gitarren-Parts geben diesem Stück seinen ganz besonderen Reiz. Im anfangs besinnlich klingenden „Lullaby“ brechen alsbald Gitarrenwände hervor, die trotz des Stil-Wechsels keinesfalls deplatziert wirken. Eher ruhig und eindringlich geht es hingegen in „Sanctuary“ zu, das eindeutig vom Gesang dominiert wird. Das Wechselspiel zwischen hart und zart prägt auch das vorletzte Stück „Will-O’-The Whisp“, das die ganze Spannweite des kompositorischen Talents von Sammy Wahlandt aufzeigt. Mit „Drinking Water“ endet das Album atmosphärisch-besinnlich. Und man denkt sich nach dem letzten Ton: „Wie schön, dass es bei meinem CD-Player die Taste ,Repeat All’ gibt!“

Im Fazit kann ich festhalten, dass mit „The Deer Pants For Flowing Streams“ ein großartiges Album entstanden ist, das in den einzelnen Stücken wie im Ganzen wunderbar organisch klingt und einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Musiker

Sammy Wahlandt – Drums, Guitar, Synth, Programming

Stella Inderwiesen – Vocals

Theresa Tadday – Vocals

Merlin Gauss – Guitar

Joerg Wahlandt – Guitar

Sören Riesner – Piano

Julius Stapenhorst – Bass

Gäste

Randy McStine: Lead Guitar

Jon Courtney: Vocals

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