Review: Uncle Weevil – Uncle Weevil (2025)

Manchmal dauert es etwas länger, bis man auf eine neue Band aufmerksam wird. So im Fall der schwedischen Formation Uncle Weevil, die ihren Erstling vor ziemlich genau einem Jahr (Ende Januar 2025) auf den Markt brachte und die mir eine liebe Freundin vor ein paar Tagen ans Herz legte. Der Name der Band lässt schon einen Schluss auf deren Musikkonzept zu, denn er heißt übersetzt „Onkel Rüsselkäfer“ und zeigt damit an, dass es hier musikalisch nicht so völlig bierernst zugeht. Genreüberschreitend werden hier Progressive Rock und sogenannter Power-Pop fröhlich miteinander vermischt und dies nicht zum Schaden des vielseitig interessierten Hörers.

Tracklist

1. A Noble Engineer (5:32)
2. Charlie The Cat (6:16)
3. Referee (6:17)
4. Wind In The Treetops (6:33)
5. Dale (6:23)
6. Watching The Deers Run (6:57)
7. The Nix (5:47)
8. Harry & Isabella (5:21)
9. Fast Food (4:39)

Sowohl textlich wie auch musikalisch kann man Uncle Weevil nun wirklich keine Eintönigkeit vorwerfen. Das Eröffnungsstück „A Noble Engineer“ handelt von der tragischen Arktis-Expedition des Italieners Umberto Nobile, der 1928 zwar mit einem Zeppelin den Nordpol erreichte, auf der Rückfahrt aber infolge eines Absturzes einen Teil seiner Crew verlor. „Referee“ dreht sich um den Alltag eines Fußball-Schiedsrichters, „Wind In The Treetops“ um die Erinnerung an verstorbene Freunde und „Watching The Deers Run“ ist ein Plädoyer für eine intakte Natur. Damit ist dieses Album textlich das glatte Gegenteil eines Konzeptalbums. Da zeigt sich die Musik vergleichsweise geradliniger.

Melodischer Prog ist Trumpf, Anleihen an anspruchsvollen Pop sind nicht selten. Dass dies nicht zu musikalischer Einförmigkeit führt, dafür sorgen häufige Wechsel der Taktarten und Tempi. Im Fall des Rausschmeißers „Fast Food“ klingt das etwas flach, sonst aber dynamisch (allen voran „Referee“) bzw. progressiv-orchestral („Wind In The Treetops“). Mitunter kommen sogar Erinnerungen an die Beatles auf („Charlie The Cat“, „Dale“). Und mit Laufzeiten von rund 6 Minuten je Stück lassen sich Uncle Weevil genügend Zeit, musikalische Ideen angemessen umzusetzen. Die Instrumente arbeiten harmonisch zusammen, allein Mats Sonderborghs Stimme dürfte gerne eine etwas größere Flexibilität haben.

Im Fazit ist Uncle Weevil keine klassische Prog-, aber eine interessante neue Band, die auf ihrem Debüt-Album immer wieder überraschen kann und neugierig macht auf kommende Veröffentlichungen.

Musiker

Peter Nilsson: Guitar
Lasse Söhr: Bass
Nikko Harrison: Drums
Mats Sandborgh: Vocals, Keys

Gastmusiker
Emma Sandborgh: Backing Vocals
Klara Sandborgh: Backing Vocals

Cover: Olov Närlund

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