Review: Solstice – New Life (Remaster) 2026

Es war eimal eine Band, die hieß Solstice. Gegründet wurde sie vor 46 Jahren von Andy Glass, um sie ein- und dann wieder auszuschalten. So gab es sie mal, dann lange Zeit wieder nicht, dann wieder doch, wie Ebbe und Flut, nur nicht so regelmäßig. Und so sporadisch, wie Solstice existierte, so sporadisch gab es auch Alben von ihnen. Im Jahr 2020 trug es sich zu, dass das Album „Sia“ erschien und den Auftakt zu einer Trilogie bildete, auf dass „Light Up“ und „Clann“ folgen sollten. Und siehe da, es regnete Preise auf den guten Andy und seine neu formierte Truppe herab, mehr als ein einzelnes Einbauregal von Ikea fassen könnte. In diesem Moment erinnerte sich Andy seiner früheren Werke. Und wenn er nicht gestorben ist, dann remastert er sie auch noch morgen.

Tracklist

1. Morning Light (3:49)
2. Guardian (10:42)
3. The Sea (6:54)
4. New Life (4:57)
5. Pathways (5:07)
6. Journey (10:05)
7. Morning Light – Live, The Stables 2023 (3:25)
8. Guardian – Live, Cropredy Festival 2023 (10:46)
9. New Life – Live, Band On The Wall 2026 (5:22)

Angesichts des stark gewachsenen Interesses an Solstice wird nun das aus dem Jahr 1993 stammende Album „New Life“ am 19. August in einer remasterten Fassung auf den Markt kommen. Von der heutigen Bandbesetzung waren damals nur Gründer Andy Glass und Drummer Peter Hemsley an Bord. Trotz dieser großen personellen Umwälzung klingt „New Life“ genau so frisch wie die letzten Werke der o.g. Trilogie.

Bereits damals versprühte die Band die gleiche positive Energie, die sie seither mit jeder neuen Einspielung erzeugte, merkt man den Musikern die pure Freude am Musizieren an. Ihre Mischung aus Neo-Prog und Folk-Rock mit einem Schuss New Age spiegelt sich auf „New Life“ insbesondere im Stück „Guardian“ wider, liefert dieser 11-Minüter doch alles, was Solstice so einzigartig macht: traumhafte Harmonien, wunderschöne Geigenpassagen und Gitarrensoli zum Niederknien, das alles gewürzt mit vorzüglichem Gesang und purer Lebensfreude.

Da klingt nichts angestaubt, nichts in die Jahre gekommen, alles klingt luftig und frisch. Wer auf einem weichen Klangteppich dahingleiten will, dem wird dieser Wunsch mit dem instrumentalen „The Sea“ aufs Schönste erfüllt. Und wer etwas mehr Tempo haben will, der sollte sich die Stücke „New Life“ und „Pathways“ nicht entgehen lassen. Ein Schmankerl gibt es für all diejenigen, die genau hinhören: kein Stück endet mit einer einfallslosen Ausblende, alle Stücke haben definierte Enden. Das ist große Kunst!

Dass die mittlerweile 33 Jahre alten Stücke nicht nur im Studio, sondern auch auf der Bühne wie soeben komponiert klingen, dafür liefert die Neuauflage auch gleich den Beweis, finden sich auf dem Album ergänzend doch drei Stücke in Live-Aufnahmen aus den Jahren 2023 und 2026.

Im Fazit ist „New Life“ ein Album, dessen Remastering als äußerst gelungen bezeichnet werden kann und das Anlass geben sollte, auch weitere Werke aus der Frühzeit von Solstice einer klanglichen Verjüngung zuzuführen.

Musiker

Andy Glass: Guitars, Vocals, Programming
Marc Elton: Violin, Keyboards, Vocals
Heidi Kemp: Vocals
Craig Sunderland: Bass
Peter Hemsley: Drums

Artwork: Shaun Blake | Label: Clann (CD), Richard Swan’s Wild Thyme Records (LP)

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