Review: Weend’ô – Elveniga (2026)

Weend’ô also. Nie gehört? Ich auch nicht. Dabei gibt es diese Formation aus dem Südwesten Frankreichs nun schon seit 16 Jahren und dies in der immer gleichen Besetzung: Laetitia Chaudemanche (die sich Hayle nennt) an Mikro und Tasteninstrumenten, Térence N’Guyen an den Sechs-Saitern, Maxime Rami am Bass und Nathanaël Buis am Schlagwerk. Zugeworfen mit Alben haben sie die Welt in dieser Zeit nicht gerade (drei Alben, eines davon live und akustisch, und eine akustische EP), aber gut Ding will schließlich Weile haben und genau dies beherzigen die Vier, neun Jahre nach ihrem letzten vollwertigen Album, mit ihrem neuen Werk „Elveniga“, das nun am 13. November erscheinen soll.

Tracklist

1. 22 (4:29)
2. Elveniga (5:38)
3. Elwo (6:12)
4. Impregnate Me (7:23)
5. Ayleen (7:39)
6. The Eldaëry (3:33)
7. Distopic (2:49)
8. Renaescentia (7:38)

Der etwas ungewöhnliche Bandname Weend’ô setzt sich übrigens aus dem Anagramm des Namens des gemeinsamen Sohnes der Sängerin und des Gitarristen, Ewen, und dem japanischen Symbol „Do“ für Kunst zusammen. Und auch „Elveniga“ ist ein Kunstwort, das frei mit „Reich der Elfen“ übersetzt werden kann.

Demzufolge drehen sich die englischen Texte auf „Elveniga“, die Sängerin Laetitia geschrieben hat, um eine Fantasiewelt, die von Manga-Epen inspiriert ist. Die Musik von Weend’ô wird im Netz als Wechsel zwischen Pink Floyd und Tool beschrieben. Das ist im Regal vielleicht etwas hoch gegriffen, ist aber auch nicht völlig verkehrt. So weiß die Band musikalisch ebenso das Florett wie das Breitschwert zu führen. Denn hier wird alles geboten, was insbesondere Gitarre und Singstimme in der Lage sind zu leisten.

Gitarrist Térence N’Guyen liefert mit der E-Gitarre Klanggebilde im Vordergrund ebenso wie Rhythmen im Hintergrund, überrascht mit plötzlichen Gitarrenausbrüchen, baut Klangwände auf und lässt sie wieder einstürzen, webt Klangteppiche der feinsten Sorte und liefert Soli, die mitunter an David Gilmour erinnern (insofern ist der Vergleich mit Pink Floyd nicht so sehr weit her geholt, insbesondere nicht im Titelstück). Was er auch immer tut, Laetitia Chaudemanche folgt ihm mit ihrer großartigen Stimme.

In einen Moment säuselt sie, klingt betörend und fragil, um im anderen Moment kraftvoll dominierend zu klingen, so wie es die beabsichtigte Stimmung eben verlangt. Das erzeugt Erhabenheit einerseits und ungezügelte Kraft andererseits und erklärt den Vergleich mit Pink Floyd und Tool.

Nicht vergessen werden soll aber auch Drummer Nathanaël Buis, der im Hintergrund mit seiner differenzierten Spielweise ein Netz aus feinen Klangfäden webt, das der Musik von Weend’ô Struktur und Halt gibt. Auf die acht Stücke einzeln einzugehen, macht wenig Sinn, da sie trotz allen Abwechslungsreichtums ein großes Ganzes bilden und das Album in seiner Gesamtheit beurteilt werden sollte.

Musiker

Laetitia Chaudemanche Hayle: Vocals, Keyboards
Térence N’Guyen: Guitars
Maxime Rami: Bass
Nathanaël Buis: Drums, Samples

Cover: Laetitia Chaudemanche, Nathanaël Buis, Nicolas Vigneau

Label: Boh Music

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