Review: Elleven – 8030 (2025)

Elleven sind eine deutsche Band mit Schwerpunkt im rheinischen Grevenbroich, die schon seit 2001 existiert und seit 2007 Alben im durchschnittlich neunjährigen Rhythmus auf den Markt gebracht hat. Bandname und Titel des aktuellen Albums deuten auf eine gewisse Zahlenaffinität hin. Der Name Elleven ist eine Referenz an den Kinofilm „This Is The Spinal Tap“, dessen Handlung sich um die Rockband Spinal Tap dreht, deren Gitarrist über einen Verstärker mit einem Regler mit elf statt der üblichen zehn Abstufungen verfügt. Das zweite „l“ in „Elleven“ ist eine Referenz an die Sängerin/Gitarristin Julia Graff, da das französische Wort „elle“ das weibliche „sie“ im Deutschen beschreibt.

Tracklist:

1. Contact [0000 – 0256] (14:35)
2. Persuasivness [0257 – 0262] (6:56)
3. Attraction [0263 – 0506] (3:02)
4. Uncertainty [0507 – 0551] (2:27)
5. Desire [0552 – 0740] (5:52)
6. Venture – Clash – Clarity [0741 – 3792] (14:30)
7. Deception [3793 – 5123] (9:39)
8. Release [5124 – 6410] (8:26)
9. Conciliation [6411 – 8030] (11:11)

„8030“ ist ein Konzeptalbum, das sich textlich um die Aufs und Abs einer Zweierbeziehung über einen Zeitraum von elf Monaten dreht. Und elf Monate sind 8.030 Stunden (wer es nachrechnen will: 365 Tage/Jahr x 24 Stunden/Tag * 11 / 12 = 8.030). Dies erklärt auch die Zahlenangaben bei den einzelnen Stücken: es handelt sich um Zeitspannen in Stunden. Wer mehr über Band und Albumentstehung erfahren möchte, dem sei Folge 51 des STONE PROG-Podcasts mit Marek Arnold ans Herz gelegt.

Nun aber genug der Erbsen-, pardon, Stundenzählerei und forsch zur Musik auf „8030“. Diese kann man in der Kurzformel „rockig-alternativer NeoProg-Pop“ zusammenfassen. Aber sagt uns das wirklich, was wir hier musikalisch erwarten können? Vielleicht wäre ein Frage-Antwort-Format anstatt einer Kategorisierung informativer. Solch eines, wie das folgende: Ist die Musik auf „8030“ melodisch? Definitiv ja. Gibt es atmosphärisch-psychedelische Passagen? Auch das, zum Beispiel im Intro von „Contact“. Welche Rolle spielen Pop-Einflüsse? Keine dominierende, eher wie ein Gewürz in einem schmackhaften Gericht. Welche Rolle spielen Prog-Einflüsse? Eine sehr große. Dominieren Gitarren und Keyboards? Sie spielen eine große Rolle, drängen Gesang und Rhythmusfraktion aber nicht in den Hintergrund. Wird gefrickelt? Nein. Gibt es rockige Gitarrenausbrüche? Stellenweise ja, nämlich dort, wo die Handlung es erfordert. Gibt es großartige Gitarrensoli? Ja. Liefert die Rhythmus-Fraktion eine ordentliche Arbeit ab? Definitiv ja, eine großartige sogar. Hat die Sängerin eine angenehme Stimme? Sehr sogar. Zwar sind tiefere Gesangslagen nicht ihr Paradestück, aber wenn sie in höheren Lagen singt (was deutlich häufiger vorkommt), klingt sie kristallklar und angenehm im Ohr. Gibt es einen roten Faden in dem Album? Doppelt ja: textlich durch die Geschichte einer Zweierbeziehung (die Stücke sind nach den Phasen der Beziehung benannt, also Kontakt, Überzeugungskraft, Anziehung etc.), musikalisch durch Anpassung der Melodien an die Handlung. Zieht sich das Album etwas hin? Definitiv nein, trotz der mit knapp 77 Minuten eher ungewöhnlichen Länge. Endet die Geschichte und damit das Album versöhnlich? Definitiv ja, das letzte Stück heißt „Conciliation“ (deutsch: Versöhnung) und hat eine Laufzeit von elf Minuten und elf Sekunden (was sonst?)!

Und das Fazit? Jaaa !!!

Musiker:

Carsten Hütter – Guitars
René Lozinsky – Bass
Julia Graff – Vocals, Guitar
Michael Hahn – Drums
Armin Riemer – Piano, Synth, Vocoder

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