Was fällt einem ein, wenn das Stichwort „Belgien“ fällt? Vielleicht die EU in Brüssel, die Pralinen in der Auslage, die Pommes in der Fritteuse und „Brügge sehen und sterben“. Aber Belgien und Prog? Gerade mal die Neo-Progger M!ndgames, die Schmuse-Progger Fish On Friday und vielleicht noch Isolde Lasoen (in Prog-Kreisen bekannt seit ihrem Auftritt beim Midsummer Prog Festival 2024 in Valckenburg). Und natürlich sollten einem Quantum Fantay einfallen, ein belgisches Quartett, dessen Musik gemeinhin dem Psychedelic- und Space-Rock zugeordnet wird. Denn diese Formation gibt es schon seit 2002 und „The Butterfly Effex“ ist bereits ihr zehntes Studioalbum.

Tracklist
1. Return To Xaia (11:38)
2. Phoenix (7:49)
3. Vernal Equinox (6:38)
4. Xemuta (7:09)
5. Xellestial Dream (6:07)
6. Xcelleration (6:00)
7. Xtra Hop (6:34)
8. Quantum X (8:21)
Quantum Fantay machen dem Hörer mit ihrer neuen Scheibe kein U für ein X vor, denn alle Track-Titel beherbergen den Buchstaben X, ob der nun passt oder nicht. Was hingegen immer passt ist der Synthesizer von Mastermind Pete Mush (bürgerlich: Pieter van den Broeck), der die acht Stücke mit elektronischem Flirren und Blubbern – spacig eben – sowie mit fanfarenhaften Einsätzen dominiert. Ergänzt wird die Tasten-Elektronic von Tom Tee’s (bürgerlich Tom Tas) energiegeladener Gitarrenbegleitung. Neben markanter Bass- und Drums-Begleitung kommen fallweise noch von Gastmusikern beigesteuerte, für den Prog eher ungewöhnliche Instrumente zum Einsatz, nämlich Cello, Flöte und die Duduk, ein armenisches Holzblasinstrument. Gesang findet hingegen nicht statt.
Rein instrumental – also drohende Langeweile allerorten? Mitnichten! Wobei man sich die Musik von Quantum Fantay besser per Kopfhörer verabreichen sollte, um alle Finessen mitzubekommen. Schon das Eröffnungsstück „Return To Xaia“ liefert lebendige Rhythmik pur, insbesondere Bass und Drums bekommen bei genauem Hinhören die ihnen gebührende Aufmerksamkeit. Geschwindigkeiten werden angezogen und kurz darauf wieder gedrosselt, dass es eine Pracht ist. Teilweise zeigen sich auf diesem Album melancholische Passagen (insbesondere in „Xelestial Dream“), teilweise orientalisch anmutende Tonfolgen (insbesondere in „Xemuta“). Doch was es auch sei – die Gitarre zeigt immer wieder nicht nur, wo der Hammer hängt, sondern auch, dass dieser die Aufschrift „Rock“ trägt. Und dass das Stück „Xcelleration“ kompromisslosen Space-Rock im Sinne beider Wortteile liefert, lässt schon der Titel erahnen.
Im Fazit ergeben die Checks: es ist alles im Lack beim „Butterfly Effex“. Quantum Fantay liefern anhörbaren, abwechslungsreichen und nicht allzu schrägen Space-Rock. Wer bisher mit diesem Genre nichts am Hut hatte: Reinhören lohnt sich!
Musiker
Pete Mush: Synths
Tom Tee: Guitars
Saro: Bass
Jazzper Coulier: Drums
Gäste
Charels Sla: Flute, Duduk
Lyssa Toyinbo: Cello
Artwork: Liya Livet
Label: Progressive Promotion Records
