Die siebte Ausgabe des „Trasimeno Prog Festivals“ liegt bereits wieder hinter uns, während das Festival „2 Days Prog + 1“ in Veruno/Revislate unmittelbar bevorsteht. Diese Zeilen entstehen während unseres Sommerurlaubs in der Toskana. Über die dritte Ausgabe des „Trasimeno Prog Festivals“ in der malerischen Kulisse der mittelalterlichen Festung Castello del Leone von Castiglione del Lago, hoch über dem Trasimeno See gelegen, haben wir vor vier Jahren ausführlich berichtet. Die lange Anreise von Rostock in die italienische Region Umbrien nehmen wir gern in Kauf – nicht zuletzt, weil uns dort unter anderem zwei Bands erwarten, zu denen wir seit vielen Jahren freundschaftliche Verbindungen pflegen.

Tag 1 – Donnerstag, 20.08.2026 – Pink Floyd Night
Der Donnerstagabend steht ganz im Zeichen der „Pink Floyd Night“. Ab 21:00 Uhr erwarten uns zwei Bands, die sich der Musik einer der wohl bekanntesten und einflussreichsten Formationen des Progressive Rock auf jeweils sehr unterschiedliche Weise nähern. Den Auftakt machen die Musiker der aus Umbrien stammenden Pink-Floyd-Tribute-Band Drunk Side, die ein umfangreiches Set mit Songs von Pink Floyd präsentieren.

Zunächst spielen sie das komplette Album Wish You Were Here, gefolgt von One of These Days vom Album Meddle sowie einer Auswahl aus The Dark Side of the Moon. Besonders großen Anklang beim Publikum findet das wunderbare The Great Gig in the Sky, getragen von zwei herausragenden Sängerinnen.


Mit Pigs vom Album Animals beenden Drunk Side ihr nahezu zweistündiges Set. Beeindruckend ist vor allem, wie viel Raum die Musiker ihrer eigenen Kreativität lassen und die Stücke keineswegs nur eins zu eins kopieren. Insbesondere Gitarrist Roberto Marcellini verleiht vielen Songs mit seinen einfallsreichen Soli eine deutlich eigene Note.


Muss man deutschen Prog Fans noch erklären, wer RanestRane sind? Wohl kaum. Mit ihrem Konzept der „Cineconcerti“ haben sie sich auch hierzulande längst einen Bekanntheitsgrad erspielt. Neben ihren Soundtracks zu Filmklassikern wie „Nosferatu“ oder zu Kubricks Filmen „Shining“ und „2001: A Space Odyssey“ nimmt ihre Neubearbeitung von Alan Parkers Film „The Wall“ eine besondere Stellung ein. Schließlich ist die Musik von Pink Floyd untrennbar mit der Geschichte verbunden, die der Film erzählt.

RanestRane haben sich des Stoffes angenommen und dazu eine eigenständige musikalische Interpretation komponiert. Der im Hintergrund laufende Film und die synchron dazu spielenden vier Musiker sollten den zweiten Teil des Abends bestreiten – der Konjunktiv ist an dieser Stelle bewusst gewählt.


Während auf der großen Leinwand die Geschichte des Rockmusikers Pink zu sehen ist, legen sich Maurizio Meo, Daniele und Massimo Pomo sowie Riccardo Romano voll ins Zeug. Bei spärlicher Bühnenbeleuchtung überzeugen die vier mit enormer Spielfreude und einem fantastischen Sound. Film und Musik ziehen das Publikum immer tiefer hinein in die Geschichte Pinks, der durch den frühen Verlust des Vaters traumatisiert ist, unter seiner übertrieben fürsorglichen Mutter leidet und sich schließlich immer mehr einigelt – bis hin zu dem Song Nobody Home.


Das ständige Wetterleuchten über dem See während des bisherigen Konzerts lässt nichts Gutes erahnen. Und tatsächlich setzt plötzlich ein Wolkenbruch ein, sodass das Publikum nach Beifallsbekundungen das Weite sucht und die Band ihre Instrumente in Sicherheit bringen muss. Auch für uns bleibt nur noch Zeit für ein kurzes „Arrivederci“. Offenbar steht die Beziehung zwischen RanestRane und Castiglione del Lago unter keinem guten Stern. Schon im vergangenen Jahr musste ihr Konzert beim Trasimeno Prog Festival aufgrund eines Unwetters bereits nach dem Soundcheck abgesagt werden. Zum Glück sehen die Wetterprognosen für die nächsten Tage besser aus.
Hier geht es zum zweiten Tag. 7rasimeno Prog Festival – Castiglione del Lago, 20. – 23. August 2026 – STONE PROG
