Review: Lonely Robot – An Ending (2026)

Man muss weder Hellseher noch Leser von Pressemitteilungen sein, um zu erkennen, dass Mastermind John Mitchell sein Projekt Lonely Robot mit dem sechsten Album, das passenderweise „An Ending“ betitelt ist, einstellt. Wieder hat er Craig Blundell ans Schlagzeug geholt, sonst aber alle Instrumente selbst bedient (abgesehen von einem Gastauftritt von Gitarrist Jez Fielder, der Mitchell schon oft auf der Bühne begleitete) und vor allen Dingen selbst gesungen. Dass er auch sonst alles vom Komponieren (bei zwei Stücken durfte Gitarrist Jez Fielder mittexten) bis hin zum Mastering selbst in der Hand hatte, liegt bei Lonely Robot auf derselben.

Tracklist

1. This World Window
2. Show the Way
3. Back to the Middle
4. In Ocean Light
5. Ad Astra
6. Where in the World?
7. Twin Suns
8. The River
9. Rearview
10. Bending Light
11. The Iron Sea
12. Oblique

Durch Texte wie Melodien auf „An Ending“ weht nicht nur ein Hauch von Melancholie, sondern ist Melancholie das bestimmende Thema schlechthin. Wer bereits das Album aufklappt, dem springen die Worte „PLEASE COME HOME“ vor einem endlosen Weltraum entgegen. Gleich im ersten Track „The World Window“ findet sich die Textzeile „And every place that I call home just diminishes in time“. Und in „Show The Way“ textet Mitchell „Darkened days / In the street light sighs of memories“. Das erweckt den Endruck, dass sich Mitchell selbst als der Lonely Robot empfindet und das Album somit autobiographisch aufgefasst werden könnte.

Und wie wirkt sich dies musikalisch aus? Erst einmal ist die Stimme von John Mitchell zu loben, die sehr angenehm klingt und mit der er jede beabsichtigte Stimmung authentisch einfängt. Bieten die ersten beiden Tracks noch sehr ordentlichen ArtRock im Stil des Vorgängeralbums „A Model Life“, so sind Track 3 „Back To The Middle“ und das folgende „In Ocean Light“ einfach nur wunderschön. Beide Stücke leben von einer grandiosen Keyboard- und Gitarren-Melodik, die das Gefühl erzeugt, auf einem musikalischen Teppich über allem hinweg zu schweben. Und das Gitarrensolo am Ende von „In Ocean Light“ ist nichts weniger als zum Heulen schön.

An dieses Niveau knüpfen nach zwei netten, aber unspektakulären Tracks dann wieder „Twin Sun“ und „The River“ an, auf dem Gastmusiker Jez Fielder vorzügliche Gitarreneinsätze beisteuert. Von dem großartigen Craig Blundell am Schlagwerk erzeugte Dramatik spendiert uns der Lonely Robot dann auf „Rearview“.

Die letzten drei Stücke dieses Albums sind sehr getragene Balladen, von denen die abschließenden „The Iron Sea“ und „Oblique“ musikalisch doch recht ähnlich sind. Mit den Worten „Still, as I lie here, empty, slowly, my heart breaks gently. You are the one who set free. Still, it’s a pain you won’t feel“ endet das finale Album des Projektes Lonely Robot so, wie es begann: höchst melancholisch.

Im Fazit ist „An Ending“ ein würdiger Ausklang des Lonely Robot-Projektes von John Mitchell. Aber vielleicht gibt es ja doch noch eine Fortsetzung. Das dritte Album „Under Stars“ aus dem Jahr 2019 endete mit einem Stück namens „An Ending“ und sollte damals das letzte sein. „Schau’n mer mal“, wie der Robot sagen würde …

Musiker

John Mitchell: Vocals, Guitar, Bass, Keyboards
Craig Blundell: Drums
Jez Fielder: Additional Guitar on „The River“ and „Rearview“

Art Direction: Graeme Purdy Bell at PLANET TWIG / Label: White Knight Records

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