Review: Confusion Field – Resilience Remains (2026)

Seit 2021 bringt der Finne Tomi Kankainen in (fast) regelmäßigem zweijährigen Abstand mit der Band Confusion Field ein Album auf den Markt. Das dritte nun vorliegende trägt die Titel „Resilience Remains“. Wobei – Confusion Field, das ist Kankainen fast allein. Er komponiert, singt und spielt alle Instrumente selbst bis auf das Schlagzeug, das er erstmals Martino Malacrida überließ, einem italienischen Drummer, der schon mit Steve Hackett und David Cross zusammen gearbeitet hat.

Tracklist

1. Maintain the Uncertainty (6:23)
2. Conjuring Conflict (4:30)
3. Sea of Irrelevance (4:45)
4. Blame Gravity (4:40)
5. Is that All? (4:19)
6. A New Code (5:18)
7. The Echo Collector (5:21)
8. Restricted Area (4:44)
9. Graceful Deceit (7:17)

Textlich geht es auf „Resilience Remains“ skandinavisch düster zu. Desillusionierung und Entfremdung in einer zunehmend abweisenden Welt sind das Hauptthema. Nicht desillusionierend ist glücklicherweise die Musik. Was hier klanglich geboten wird, ist kerniger ArtRock, der auf der Grenze zum ProgMetal wandelt. Sofort zum Einstieg werden Erinnerungen an Riverside wach. Gitarren und Keyboardfanfaren tragen gleichermaßen den melodischen Sound des kraftvollen Openers „Maintain The Uncertainty“ und auch Drummer Malacrida hat mächtig viel zu tun.

Wie der Auftakt, so setzen sich die folgenden Stücke fort. Schwere Gitarren und kunstvolle Ziselierungen von den Keyboards, das ist hier das Rezept, das aufgeht. Dass die Stücke prog-untypisch eher kurze Laufzeiten haben (die meisten kommen auf rund 5 Minuten), bedeutet keinen Mangel an Komplexität. Abwechslungsreich mit vielen Tempowechseln sind sie allemal. Geradezu besinnlich ist zum Beispiel „Is That All?“ komponiert, ohne dabei auf ein schönes Gitarren-Solo noch den für Confusion Field typischen musikalischen Biss zu verzichten.

„Blame Gravity“ und „A New Code“ legen hinsichtlich Geschwindigkeit noch einmal ein paar Kohlen drauf. Ein Atemholen legt hingegen das atmosphärische „Restricted Area“ ein, bevor es mit „Grateful Deceit“ ans Ende geht. Dieses Stück, das längste des Albums, ist rhythmisch ausgefeilt und liefert somit noch einmal eine neue Schattierung der Musik von Confusion Field. Es ist also nicht alles düster in Skandinavien.

Im Fazit ist „Resilience Remains“ ein sehr ordentliches Stück Progressive Rock, das unterschiedliche Stilrichtungen dieses Genres bedient und somit Gefallen bei Proggern mit unterschiedlicher Ausrichtung finden sollte. Die stilistische Nähe zum Klangkosmos von Riverside sollte dabei durchaus förderlich sein.

Musiker

Tomi Kankainen: Vocals, All Instruments except

Martino Malacrida: Drums

Cover design and artwork: Tomi Kankainen / Label: Eigenvertrieb

Tomi Kankainen pic: (C) Ville Hartikka
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