Die Band Resistor wurde im Jahr 2005 von keinem Geringeren als Steve Unruh (Unitopia, The Samurai Of Prog) in Providence, Rhode Island, USA aus der Taufe gehoben. Die Geburtsstunde waren Unruhs Jam Sessions mit dem amerikanischen Bassisten Rob Winslow, die regelmäßig während der Mittagspause stattfanden. Bald kamen Drummer Barry Farrrands und Gitarrist Fran Turner hinzu und 2008 erschien ihr erstes Album mit dem naheliegenden Titel „Resistor“. Nun haben sie mit „Beyond“ ihr achtes Album in unveränderter Besetzung eingespielt und am 9. Oktober veröffentlicht. Die Musik von Resistor wird mit der von Prog-Bands wie Rush, Genesis und Unitopia verglichen, aber auch mit der von Rock-Bands wie Jethro Tull oder Kansas.

Tracklist
1. Nostalgia (12:59)
2. Antares (7:03)
3. Beyond (24:24)
Das Album „Beyond“ umfasst lediglich drei Tracks (im Netz gibt es Veröffentlichungen mit weiteren eher kurzen Bonus-Tracks), aber die haben es in sich! Der 12-minütige Opener „Nostalgia“ präsentiert sich in markiger Rush-Herrlicheit. Treibende Gitarren, knackige Drums und der als äußerst gelungen zu bezeichnende Versuch von Sänger Steve Unruh, die Stimmlage von Geddy Lee ertönen zu lassen, bestimmen den Auftakt. Alsbald kommt eine Violinenpassage á la Unitopia hinzu und führt den Song auf ein neues Feld, ohne dabei an Schwungeinzubüßen. Ruhigere Passagen wechseln sich mit rockigen ab und machen dieses Stück trotz seiner Dauer zu einem höchst kurzweiligen Erlebnis. Ohne Textbeitrag, aber nicht minder rockig geht es mit „Antares“ weiter. Hier toben sich insbesondere die Gitarristen und Bob Winslow am Bass aus. Tempi wechseln sich hier ab, dass es keine Pracht ist.
Das dritte und bereits letzte Stück auf diesem Album, „Beyond“, bringt es auf respektable 24 Minuten und beginnt atmosphärisch mit Akustikgitarre und umschmeichelndem Gesang. Schrittweise gesellen sich die anderen Instrumente hinzu, um unvermittelt auf die Betriebsart „Rock“ mit Druck, Dral und Geschwindigkeit umzuschalten. Unruhs Stimme reicht hier bis in höchste (und für manchen vielleicht zu hohe) Höhen. Hier gibt es Metallhaltiges zu hören, wobei auch die Violine keine Ausnahme macht. Stil- und Geschwindigkeitswechsel prägen den Fortgang, von düster bis atmosphärisch ist hier alles vertreten. Langeweile kommt nicht auf, allerdings ist die stilistische Spannweite beträchtlich. Wer Parforce-Ritte durch das weite Feld der Prog-Musik schätzt, kommt hier voll und ganz auf deine Kosten. Puristen welcher Richtung auch immer dürften eher reserviert bleiben. In jedem Fall sollte Einigkeit darüber herrschen, dass Resistor vorzüglich besetzt ist, denn die vier Musiker liefern hier exzellente Arbeit ab.
Im Fazit zeigen Resistor mit „Beyond“, dass der Band auch bei ihrem achten Album kompositorisch nicht die Luft ausgegangen ist. Es liefert vorzüglichen Progressive Rock unterschiedlichster Couleur und bleibt spannend von Anfang bis Ende.
Musiker
Steve Unruh: Vocals, Guitars, Violin, Flute
Rob Winslow: Bass
Barry Farrands: Drums
Fran Turner: Guitars
Label: Progrock.com`s Essentials
