Es gibt wiederkehrende Konzerte oder Festivals, auf die freut sich der Fan bereits schon wieder bei der Abreise nach der Veranstaltung. Woran liegt das ?? An den vielen Menschen die es mühevoll und mit viel Enthusiasmus ausrichten, an der schönen Örtlichkeit, am immer wieder wertig zusammengestellten Programm. Was ist, wenn das Triple komplett zusammenkommt und sogar noch selbst gekochte und gebackene Waren preiswert verkauft werden, auch auf Diversität, Nachhaltigkeit, Ökologie & Umwelt geachtet wird, die Behinderten als VIP’s betreut werden, die nächste Generation früh mit eingebunden wird. Dann sprechen wir von einem Veranstalter der Maßstäbe setzt, die Zeichen der Zeit erkannt hat und sich gegen den Verfall der Musik-Kultur stemmt. Wir kennen in diesem Segment Rock-musikalischer Vielfalt zwei führende mehrtägige Festivals, Finkenbach – Das Woodstock im Odenwald und Woodstock Forever – Das Woodstock im Thüringer Wald. Mani Neumeier hat es ja schon damals gewusst und in einem Lied-Titel formuliert: Leben in den Wäldern (Living in the Woods). Beide Premium-Festivals werden von einem jungen, motivierten Team und Unterstützung erfahrener Recken geführt.

Programm: Freitag 07. August 2026 – Wie üblich erwarten die Fans der anspruchsvollen Rockmusik am Freitag, 07. August nach ihrer Anreise und Einrichten im vom Finkenbach durchflossenen Hippie-Camp vom frühen Abend bis in die Nacht schon mal vier Formationen. Diesmal mit Multi-Instrumentalist Dave Schmidt alias Sula Bassana ungewöhnlich in der Start-Position um 19:00 Uhr. Dave ist ein Arbeitstier in Sachen Musik, hat in seinen vielen Bands und Projekten eine unüberschaubare Menge an ausdrucksstarker Mucke geschaffen. Nach der Pandemie hat er eine Live-Band formiert mit der er die Clubs und Festival in ganz Europa bespielt. Er ist nicht nur dort ein gern gesehener Gast, sondern hat auch beim Finki-Fest des Öfteren seine Klangreisen vorgeführt und die Besucher begeistert. Eine würdige Eröffnung der 42. Ausgabe des diesjährigen Festivals und ein früher Paukenschlag wohin die gemeinsame Reise gehen soll. Dann wird schon, thematisch sehr passend, der Staffelstab an das Krautrock-Urgestein Guru Guru weitergegeben. Mani und seine Gefährten, wer erinnert sich nicht gerne an viele seiner Auftritte beim Guru-Fescht, auch 2025. Hier im Odenwald werden sicher wieder ihre Kult-Lieder Elektrolurch und Living In The Woods erschallen und in der bekannten skurrilen Form präsentiert. Über die vier Kultrocker der 70er sind weitere Erklärungen überflüssig.

Und schon wird der Staffelstab an die versierte Kurvenläuferin Heidi Solheim und Pristine weitergegeben. Hard- oder Blues-Rock, auf jeden Fall stark Vintage getränkt. Vintage und Retro ist in den skandinavischen Ländern sehr angesagt, auch im Bereich Musik. Frontfrau Heidi Solheim ist das Aushängeschild der 2006 in Tromsø nähe Polarkreis gegründeten norwegischen Formation. Zusammen mit Espen Elverum Jakobsen (Gitarre, Gesang) sind sie das Kreativzentrum über nunmehr sieben Veröffentlichungen. Die feuerrothaarige Heidi wird sicher wieder die Bühne zum Brennen bringen. Das hatten wir 2025 auch schon mit der Feuershow vor der Bühne.

Und weit nach Mitternacht wird dann die nächste „Finki-Hausband“ (und damit Schlussläufer) My Sleeping Karma aus Aschaffenburg die Staffel ins früh-morgendliche Ziel bringen. Seit 20 Jahren sind deren typische Markenzeichen lange, rhythmische von Gitarren und Keyboards getriebene hypnotische Klangreisen. Die Einladung dazu ist unmissverständlich, im Zielraum vor der Bühne darf getanzt, geträumt und gefeiert werden. Den Besuchern raten wir, Kräfte einteilen und sich dieses magische kollektive sommernächtliche Erlebnis nicht entgehen zu lassen.
Programm: Samstag 08. August 2026 – Auch die Mars Mushrooms alias Marsis sind nach 2023 wieder einmal zu Gast beim Finkenbach-Festival 2023 und passen auch zu dieser Veranstaltung wie maßgeschneidert. Mit Jamkraut bezeichnen sie ihre improvisierte Musik-Melange angelehnt an John Peel sowie dem fränkischen Sauerkraut. Die fünf Rot-Planet-Pilze (oder auch Mars-Trojaner L1 bis L5 Asteroiden in gleicher Umlaufbahn) sind Michael Schmidt (Gitarre, Gesang), Christoph von der Heide (Bass, Gesang), Lars Weißbach (Keys), Thomas Kupser (Didgeridoo), Christof Stellwag (Schlagzeug). Schon bei der Instrumentierung ist erkennbar, es wird mystisch, archaisch, rhythmisch, seit 30 Jahren erprobte Musik, absolut tanzbar, in allen Facetten. Wie am Vortag, geht es mit schwebenden, tanzbaren Klängen in diese lange Rock-Musik-Party. Erwähnenswert ist hier noch das von der Band ausgerichtete Jamkraut Festival Nähe Ansbach, Sauerkraut-Region im Mittelfranken. Mehr Kraut geht nicht. Danach geht es mit den Mannheimern Spiral Drive vom deutsch-österreichischen Multi-Instrumentalisten und Musikproduzenten Raphaël Neikes (auch Mother’s Cake) nahtlos weiter. Wieder so ein erstklassiges heimisches Eigengewächs, das erfreulicherweise immer mehr Sichtbarkeit bekommt und mit modernem breitgefächertem Rock auch die Jugend begeistert. Sie sind Senkrechtstarter in jeder Hinsicht, EP Space Pirates (2018), Debüt Unity (2019), Visions In Bloom mit Rock-Rakete Space Train (2022), Beatles-Cover Tomorrow Never Knows mit Single-Cover-Artwork von Klaus Voormann (2024), Gäste bei Rockpalast (2024), Reise mit der Auskopplung Auto erscheint Mitte Juli 2026. Schauen wir wen Raphaël mit zum Finki bringt, sehr spannend und würdiger Startpunkt der Europa-Tour. Legende Miller Anderson (Gesang, Gitarre) gehört zu den wenigen lebenden, immer noch musizierenden 1969-Woodstock-Veteranen. Er kennt keine Star-Allüren, vielleicht ist das der Grund warum er immer unter dem Radar der Rock-Fans blieb, bis heute. Einige seiner Karriere-Stationen sind Hemlock, Keef Hartley Band (5 Alben als Haupt-Songwriter, Gitarrist, Leadsänger), Savoy Brown, Blood Sweat & Tears, T-Rex, Donovan, Chicken Shack, Mountain, Jon Lord & The Gemini Band, The Spencer Davis Group, Deep Purple und Hamburg Blues Band. Miller Anderson kommt mit seiner Band zum Woodstock im Odenwald: Frank Tischer (Keyboards, Gesang), Willy Wagner (Bass), Tommy Fischer (Schlagzeug), Klaus Marquardt (Violine).

Kann man sich eine Geschichte der deutschen Rock-Musik ohne Bands wie Grobschnitt, Guru Guru, Epitaph, Jane, oder eben Kraan überhaupt vorstellen. Sehr schwer, denn all diese Formationen und alle deren Protagonisten haben ein Stück deutsche Kultur-Geschichte mitgeschrieben. Hellmut Hattler selbst sagt: „Die Dienstälteste deutsche Band durchgängig immer in Originalbesetzung.“ Wir haben Bassist Hellmut, Gitarrist Peter Wolbrandt sowie Bruder und Schlagzeuger Jan Fride Wolbrandt gerade erst Mitte Mai taufrisch in München erlebt. Und ihre Spielfreude, Qualität und Nähe zu den Fans war beeindruckend, die Präzision und Harmonie ebenso, das Repertoire aus Klassikern und Aktuellem (auch von 2026: All In) wie aus einem Guss. Das Band-Küken Martin Kasper wird wie letztes Jahr auch wieder für einige Kompositionen mit auf der Bühne sein und mit seinem banddienlichen Tastenspiel noch einige gute Akzente zum breitflächigen Klangbild hinzufügen. Freut euch auf Legenden in Bestform.

Aber wer denkt, mehr geht doch nicht, großer Fehler. Denn danach betritt eine blutjunge Equipe aus den Niederlanden um den mehrfach ausgezeichneten, 9-mal in Folge bester Blues-Rock-Gitarrist der Benelux, Gitarristen Leif de Leeuw die Bühne. Dieses Septett gehört mit ihren druckvollen und ausdruckstarken Eigen-Kompositionen Bereich Blues, Americana, Country und Rock und jeweils zwei duellierenden Schlagzeugern und Gitarristen (mit Sänger Sem Jansen), Bass sowie klassischen Hammond-Organisten zur führenden Südstaaten-Rock-Band Europas. Das ist kein Witz, der moderne und knüppelharte US-Jam-Rock kommt aktuell aus Holland. Wer die Leif de Leeuw Band noch nie erlebt hat, bereitet euch gut vor auf Twin-Gitarren-Duelle wie damals in den 70ern bei den Allman-Brothers und rechnet mit den entfesselten „Flying Dutchmen“. Was die Hamburg Blues Band um Gert Lange für das Woodstock Forever Festival ist, das sind nun nach mehreren Jahren die The Detroit Blackbirds von Sänger und Gitarrist Alex Auer (Shyboy, Lava). Sie sind inzwischen von den Fans im Odenwald absolut gewünscht, denn diese Truppe ist immer, wie bei den Hamburgern, eine Kollektiv von erstklassigen Musikern. Eine weitere Parallele ist die überschaubare Anzahl der Alben, es gibt bisher nur das Debüt Much Better (2019). Zu später Stunde wird diese Rock-Formation für einen rauschenden Abschluss des Finkenbach-Festivals sorgen. Das ist inzwischen Kult und wird mit Spielfreude und Hingabe für Live-Musik wieder die Fans im Odenwald begeistern.

Fazit: Diese Veranstaltung setzt auch mit der verjüngten Crew Maßstäbe, ist in aller Munde und wird gerne von vielen Feierbiestern besucht. Die starken Line-Up’s für 2027 und 2028 sind bereits in Arbeit und werden Euch erneut begeistern. Kommt alle zum Feiern ins Finkenbachtal und lasst uns zusammen mit Mani singen: „Living In The Woods“
